Mehr als Töne - Musikpädagogik und Gesellschaft

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Dann bin ich grundsätzlich natürlich offen und neugierig, aber wenn ich dann eine Vorerfahrung hatte, weil sich schon ein bisschen wie jemand tickt als Persönlichkeit.

00:00:07: Ich unterscheide schon ein wenig zwischen denen wo ich volles Vertrauen habe dass die eher für den Musik spielen werden und nicht für ihr Ego.

00:00:14: Und so gesehen auch für mich und ich versuche das natürlich auch Denn es ist natürlich aus der Not geboren Jazzmusik und improvisierte Musik ist eine chronisch unterprobte Musik.

00:00:23: eigentlich So gesehen ist das ein bisschen ein Mittel zum Zweck, aber gleichzeitig ist es auch was ganz Großartiges.

00:00:30: Also dass füreinander da sein wenn ich spüre jemand... Ich kann jetzt etwas spielen und das wird jemand vielleicht irgendwie stärken.

00:00:44: Hallo und herzlich willkommen zur siebenundneunzigsten Folge von mehr als Töne Musikpädagogik & Gesellschaft.

00:00:52: Schön, dass du wieder dabei bist.

00:00:54: In der heutigen Folge geht's um Jazz und vor allem um die Frage, wodurch sich Jazz eigentlich auszeichnet.

00:01:01: Ich freue mich dass Christian Kappe sich Zeit genommen hat mit mir über diese und andere Fragen zu sprechen.

00:01:07: Das Gespräch führten wir in seinem Unterrichtsraum an der Musikurschule Münster wo er Assemblespielleitung und Improvisation unterrichtet.

00:01:16: Christian ist Jazz-Trompeter, unterrichtete auch am Institut für Musikpädagogik der Universität Münstern Jazz-Trompeter Und er ist Big Bandleiter an der Universität Oldenburg.

00:01:27: In dem Jahr war er Mitbegründer von Unijazity, dem Jugendjazzorchester Westfalen das er dreizehn Jahre mit aufgebaut und geleitet hat.

00:01:37: Er gab – und gibt nach wie vor viele Workshops unter anderem in Berlin, Los Angeles, Dallas, Gladbeck und Imbüren.

00:01:44: Diese Reihe an

00:01:45: ganz unterschiedlichen Orten ist zu schön!

00:01:48: Darum musste ich

00:01:49: das zu Beginn direkt erwähnen und wünsche dir nun viel Spaß beim Zuhören.

00:02:37: Und ich habe so bei der Vorbereitung gedacht, ich hab noch nie so richtig explizit über Jazz gesprochen mit Leuten.

00:02:43: Bei mehr als Töne.

00:02:44: also sehr gut dass es endlich mal passiert und habe so gesehen vor über vier Jahren ist eine Folge erschienen explizite über Popularmusik und da gibt's ja auch so viele

00:02:52: Paranälen

00:02:52: auch wenn man an die Pädagogik denkt aber eben kein Jazz.

00:02:56: und dann habe ich mir deine Website natürlich angeguckt was da so drauf steht und habe da direkt ein Zitat gefunden das mich persönlich gecatcht hat da um Werte ging und du hast da geschrieben Jazz has values.

00:03:11: Und hast auch jemanden zitiert, kannst du gleich vielleicht kurz erklären?

00:03:14: Ja das ist natürlich eine tolle Sache die ich finde konnte bei Herbie Hancock dem großartigen Pianist.

00:03:20: Ah okay

00:03:20: der war es ja.

00:03:21: Ja

00:03:21: genau, Herbie ist natürlich für viele in dieser Musik-Szene aber auch darüber hinaus einfach wirklich ein Vorbild als Spirit, als Denker, als Großartiger Komponist, Pianista Ja, ein unfassbar inspirierender und geistreicher Mensch.

00:03:35: Und mit den Werten die er anspricht... Ich hatte ja nicht die Gelegenheit mit Herbie zu besprechen an welche Werte er denkt!

00:03:41: Aber das Zitat hat mich direkt sofort angesprochen weil es glaube ich ein Spiegelbild ist für vieles was mir wichtig ist rund um die aber eigentlich auch offensichtlichen Dinge wie beieinander zuhören miteinander ins Gespräch kommen, einander raum lassen offen sein für unterschiedliche Meinungen Perspektive, Lebenswege oder musikalische Wege.

00:04:04: wenn ich jetzt beim Jazz bleibe.

00:04:06: Das ist ja eine Musik in der natürlich auch vieles ritualhaft ist und in den verschiedenen Genres, in den verschiedene Stilistiken.

00:04:14: aber gleichzeitig ist es doch so dass das halt nicht komplett durchkomponiert ist.

00:04:18: deswegen gibt es natürlich immer diese Verantwortung die Musik irgendwie zu füllen.

00:04:23: also Da zieht die ich dann eigentlich zu mir singgemäß Windmassalist, der sagte dass es ja eigentlich irgendwie Magic ist.

00:04:29: Dass aus zweiunddreißig Takten eines Leadschieds mehrere Minuten unterhaltsamer und vielleicht wirklich packender und berührender Musik werden können durch Menschen die vielleicht vorher das so überhaupt gar nicht durchkomponiert haben zusammen erarbeitet haben aber die halt ihre Ihr Handwerkzeug und auch ihre Werte sozusagen bei Sam-Harmo miteinander in diese Situation zu

00:04:50: gehen.

00:04:51: Und wie nimmst du das wahr, würdest du sagen viele Jazz Musiker jetzt außer dir sind sich dieser Dinge bewusst?

00:04:57: Also du sprichst ja hier über große Ideale.

00:04:59: man hört sich

00:05:00: zu,

00:05:01: man respektiert was der andere zu sagen hat auf seinem Instrument oder ihrem Würdest.

00:05:06: Du sagen dass ist wirklich der Fall.

00:05:11: Also ich will es überhaupt nicht glorifizieren.

00:05:13: Natürlich sind alle Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern auch immer wieder in ihrem üblichen Habitus, in ihrem Fahrwasser wie sie agieren Und wie schon sagt Es gibt natürlich auch gradierte Spielweisen und von daher will ich das auch nicht überhöhen.

00:05:26: Aber andererseits wird gleichzeitig Musik eigentlich nicht wirklich möglich sein Wenn so ein paar von diesem Grundkriterium nicht gelebt werden.

00:05:33: Das glaube ich schon!

00:05:35: Das geht in der Musik Wie sonst natürlich im Leben auch?

00:05:37: Ja Ich suche das zumindest in meiner Musik Ich will das gar nicht auf alles übertragen.

00:05:42: Und ich will auch die Musik nicht überhören im Vergleich zu anderen Genres oder so, weil natürlich wird man da auch in einem Streichungsformel und an einem Blechbläser Quintet das brauchen, dass man aufeinander hört.

00:05:53: Ja

00:05:53: allein für die Intonation?

00:05:55: Ja klar!

00:05:56: Das

00:05:56: Zusammenspielen, die Balance zu finden, das Blending wie man miteinander klingen möchte, wie das Tempo wirklich sein soll, wie Frasierungen sein sollen alle diesen vielen vielen vielen Dingen Musik ausmacht und von daher haben andere Chancen das natürlich auch.

00:06:11: Ja, ich glaube was ich mochte war diese Entdeckung dass Improvisation so viele chancen gibt.

00:06:16: aber es gibt auch verantwortungen natürlich die damit einhergehen.

00:06:19: Ich fand grad schön, dass du gesagt hast man kann auch jemandem irgendwie zur Seite stehen.

00:06:24: Und ich dachte jetzt direkt wieder an die Blue Session, die ich gerade regelmäßig besuche, weil ich dich jetzt auch mal gerne rede!

00:06:30: Wenn jemand was verhaut oder so, das die auch echt so nett zueinander sind und dann springt jemand anderes ein oder so what?

00:06:36: Es geht immer weiter.

00:06:38: Das finde ich irgendwie gut daran dieses Mindset.

00:06:41: Man steht sich da wirklich... Zu bei.

00:06:46: Die richtige Präposition, also die netten Musiker tun das auf jeden Fall?

00:06:51: Absolut!

00:06:52: Das ist auch eine Chance natürlich in meinem Feld dass ich ja auch ein Stück weit entscheiden kann mit wem bürchtig spielen.

00:06:58: im wem sehe ich das.

00:06:59: dann bin ich grundsätzlich natürlich offen und neugierig.

00:07:03: aber wenn nicht an der Vorherfahrung hatte weil sich schon ein bisschen wie jemand tickt als Persönlichkeit.

00:07:09: Ich unterscheide schon ein bisschen zwischen denen, wo ich volles Vertrauen habe, dass die eher für den Musik spielen werden und nicht für ihr Ego.

00:07:16: Und so gesehen auch für mich – und ich versuche das natürlich auch!

00:07:19: Denn es ist natürlich aus der Not geboren.

00:07:22: Jazz-Musik und improvisierte Musik sind eine chronisch unterprobte Musik eigentlich.

00:07:26: Das sagen auch die größten der Großen... So gesehen ist das ein bisschen ein Mittel zum Zweck, aber gleichzeitig ist es auch was ganz Großartiges.

00:07:35: Also dass füreinander da sein.

00:07:37: Wenn ich spüre jemand... Ich kann jetzt etwas spielen und das wird jemand vielleicht irgendwie stärken.

00:07:42: oder sogar in einer schwierigen Situation wo jemand die Form verloren hat, sage ich mal, dass wäre auch die Unterrichtsituation vielleicht irgendwie wieder in die Spur helfen oder so.

00:07:51: Und dann ist das doch super.

00:07:52: und es finde ich auch total spannend, und ich finde auch genau diese Momente wo sowas passiert, wo's vielleicht ein bisschen rausdriftet und wo wir auf einmal nicht mehr wissen wie die nächsten zwei drei Minuten Musik klingen werden... Das ist oben eins!

00:08:04: Das find' ich total toll.

00:08:05: Ja du genießt

00:08:06: das.

00:08:07: aber ich hab heute noch mal in so einem Buch gelesen da gehts um... Warte ich

00:08:10: muss mir kurz

00:08:10: mein Zettel umdrehen.

00:08:11: Ich weiß fand ich nochmal interessant.

00:08:13: Das Buch heißt Teaching School Jazz und da schrieb der eine Autor Improvisation, dass dann immer ein Look of Terror gibt.

00:08:22: Also in den Augen oder Gesichtern der Schülerin kennst du diesen look-of-terror, den die Person da beschreibt?

00:08:30: Bei jungen Menschen, die das eben lernen wollen und aber noch lange nicht da angekommen sind wo du bist jetzt?

00:08:36: Ja ich glaube ich kenne das von Menschen in allen Altersklassen auch.

00:08:39: Ich habe viele, viele Workshops gegeben über die Jahre für Erwachsene also wie gesagt Menschen in all den Altersklassen.

00:08:45: oft sind die Jüngeren dann viel angstfreier.

00:08:47: Das ist deren Alltag, dass sie Dinge entdecken und einfach loslegen und probieren.

00:08:52: Und auch gar nicht immer aber überwiegend oft nicht so kritisch sind werden natürlich ihr alter.

00:08:58: Menschen werden sich immer mehr von sich glaube ich meinen Sie müssten das ja können weil sie schon erwachsen sind.

00:09:05: wie auch immer Sie müssen das beherrschen Sie müssen es durchschauen oder irgendwie sofort.

00:09:12: Und also diesen Look auf Terra hast du, glaub ich gesagt.

00:09:15: Den kenn' ich auch und garantiert hab ich den auch schon in meinen Augen gehabt, dass ich das ausgestrahlt habe.

00:09:21: Ich glaube, das gehört auch irgendwo dazu...

00:09:23: Was sind deine Tricks, das zu überwinden?

00:09:25: Oder wie war das bei dir selber?

00:09:28: Also hast du von Anfang an Improvisationen genossen als du jünger warst und hast gesagt ja, ich lass mich jetzt mal drauf ein und mach einfach mit!

00:09:35: Also von Anfang an kann ich so nicht sagen, aber gleichzeitig hatte ich schon das Glück in einem Umfeld dann ganz konkret Trompete zu lernen.

00:09:42: An meiner Schule und dem Gymnasium wo ich groß geworden bin, dass ich besucht habe... Das ist hier Münzeland, das ist die Stadt Beckum Und da bin ich zum Albertis Magnus-Gymnasium gegangen und da gab es eine oder mehrere großartige Musiklehrkräfte.

00:09:56: Karlheinz Buhne gehört bis heute zu den wichtigsten Lehrpersonen in meinem Leben.

00:10:01: Karlheinze BuhNe war ein absolut inspirierender Musiklehrer, der konnte schreiben für seine Hormels.

00:10:09: Er konnte eigentlich alles immer sowieso erklären aber er konnte es auch vormachen, er konnte alles vorsingen und auf dem Klavier spielen.

00:10:16: Er wäre in jeder Momente einer probenden Lage an den Flügel zu gehen von seiner Dirigiposition aus Und am Flügel das alles sofort zu zeigen worauf er hinaus möchte und auch zu zeigen was daran die Qualität ist oder dass Anstiftende des Ansteckender also der Groove Ein Schönheit eines Akkords oder eines Klanges.

00:10:36: Es gab auch tolle Listening-Sessions, wo wir Musik gehört haben natürlich Analyse betrieben haben.

00:10:41: Das war im typischen Musikunterricht sozusagen Aber er war halt jemand der über Jahre in den Oberstufen pro Jahrgang zwei LKs Musik hatte Und er hatte dort einen Forecaster und ein Orchester eine For Big Band Eine Big Band und einen Spurred Call Barra Spirit.

00:10:58: Er hat in Köln studiert Musik, Englisch und Sport wenn ich mich richtig erinnere und war glaube ich ziemlich schnell unserer Schule dann einfach der Musiklehrer, wer aber auch Netzwerk geschaffen hatte einen anderen großartigen Musiker an die Schule geholt Werner Jede den auch gerade im Nordrhein-Westfälischen ganz viele kennen weil er ein fantastischer Saxophonist war.

00:11:16: das war so meine nächste Chance als ich hatte die Chance bei Karl-Heinz Boone diesen Ensemble zu sein.

00:11:20: es gab diese Projektwochen wo wir Improvisationsunterricht hatten dass ich merkte, ich darf auch Dinge selber entscheiden.

00:11:26: Ich darf sie selber meine Musik ein Stück weit spontan erfinden oder mir zurechtlegen und dann spielen.

00:11:33: Das war ganz wichtig!

00:11:34: Und wenn er jede war der, der dann vom Sack zufohlen her, dann auch mal einen Trompeter unterrichtet hat, der ich dann war... ...und mich eigentlich wirklich dann quasi an die Hand genommen hatte und hat mir Standards erklärt und hat mich mit meinen ersten kleinen Auftritten genommen außerhalb meines Schullebens

00:11:51: Ja, das beobachte ich auch auf der Blues-Session.

00:11:53: Da kommt jetzt auch so ein jüngerer Gitarist immer und er wird dann zum Teil ganz spontan auf die Bühne geholt ist eigentlich gar nicht ready und da denke ich ja interessant jetzt steht er da plötzlich.

00:12:02: also ich beobachtet es halt auch immer.

00:12:03: Ich finde das ganz cool, ne?

00:12:05: Jetzt mache einfach mal So...

00:12:07: Das ist total gut!

00:12:07: Und wenn Menschen diesen Mut haben dass sie dann auch in dieses Risiko gehen als ich glaube das ist nach wie vor ohne das auch einfach nicht geht das ist ja auch ein Filmding ob jemand mit dem Paraglider vom Berg springt oder Keine Ahnung in die Tiefe See und weiß nicht wie das gleich wird, wenn er von der Klippe springt.

00:12:23: Ein bisschen wie von einer Klipe springen richtig?

00:12:25: Und in der Musik natürlich... Da versuche ich immer zu beruhigen zu sagen hey es gibt so einen Satz den sage ich öfter auch im Unterricht Wir machen keine Operation am offenen Herzen wir laden keine Boeing sieben drei sieben.

00:12:36: Es wird niemand wirklich zur Schaden kommen.

00:12:37: aber das muss man natürlich auch vorsichtig betrachten Denn Natürlich kann das menschenemotionalen Szenar gehen Wenn ihnen dann etwas nicht gelingt und Sie dann selber finden Sie hätten jetzt zu schlecht agiert, performt ist ja auch so ein Wortwurzeltage.

00:12:51: Und ich habe das Gefühl dass es sehr stark in Jugendlichen gerade diese Angst nicht richtig zu verformen

00:12:57: und so...

00:12:58: Ja das mag durchaus sein kann es nicht so richtig beurteilen aber Ich sehe genug Anreize im negativen Sinne weil wir in so einer Welt leben wo medial alles natürlich so perfektioniert immer abgebildet wird.

00:13:11: Auch mich schüchtert das manchmal ein wenn ich dann in diesen unsozialen Medien unterwegs bin und denke, oh wie unglaublich gut Peter wieder jemand.

00:13:19: oder boah wie viele tolle Konzerte hat jemand.

00:13:21: Menschen die auch da noch nicht so ihre Erfahrungen gemacht haben das schon alles gut sein wird und sie ihren Weg machen werden.

00:13:28: wenn sie das noch nicht erfahren konnten weil sie noch jung sind dann kann ich verstehen dass es sehr sehr einschüchrend ist ja.

00:13:34: Ja darüber hatte ich heute beim Mittagessen Gespräch also dass man darauf vertraut dass der Weg sich ergibt und das fällt ja einem wenn man das nur nicht so weiß echt schwer.

00:13:44: Und würde ich jetzt mit meiner heutigen Lebenserfahrung auch sagen, es ist wirklich so.

00:13:49: Ich würde das auch

00:13:50: sagen.

00:13:50: Und auch beim Improvisieren muss man daran glauben, dass man was fabrizzieren wird und was Leute erfreuen können, also dass man da zu fähig ist.

00:13:58: Ja!

00:13:59: Und dann sind wir wieder bei den Werten des Föneinander-Daseins, dass immer noch ein Hormel für einen spielt.

00:14:04: Wenn man mal kurz innehält, ist es immer noch Sound.

00:14:07: Man kann Pausen machen.

00:14:09: Absolut!

00:14:10: Die sind total wirkungsvoll.

00:14:12: Wir sind aber oft natürlich in so einem Schaffensdrang, dass wir denken, wir müssen immer irgendwie liefern, wir müssten tun tun tun spielen... spielen singen, singen.

00:14:19: Aber eigentlich ist da immer noch ein Klangbild was fantastisch ist.

00:14:24: also meine kleinsten Besetzungen sind durchspielende Regeln nicht so notwendig länger.

00:14:28: aber wenn wir uns dann immer wieder zurückbesinnen darauf dass wir in der Regel ja mit Menschen auf einer Bühne sind und wenn man das ein Stück weiter auch zu genießen lernt um zu vertrauen Ja

00:14:38: genau das muss man auch lernen!

00:14:42: Das denke ich auch.

00:14:44: Wir sprachen jetzt schon über Teenager und so, genau.

00:14:46: Und du hast auch mal Unigacity oder wie spricht sich das Ensemble aus?

00:14:51: Ich nenne es immer Unigcity, aber es ist mir auch nicht wichtig.

00:14:55: Also ich habe da glaube ich noch nie jemanden korrigiert oder so... Es geht eigentlich mehr um diese Gemeinschaft und natürlich um Jazz.

00:15:03: Es geht auch ein bisschen um die Verrücktheit, die das Ensole haben sollte.

00:15:06: Das liegt natürlich im Bebop Das heißt, die Bebop-Musikerinnen und Musiker der damaligen Zeit, die haben selber mit dem Augen zwingen kann ihre Musik so ein bisschen verwissenschaftlich.

00:15:15: Kann man vielleicht sagen... Selber hatten sie genug selbst Kritik platten zu machen wie diese Gillespie mit dem Namen For Musicians Only?

00:15:22: Also die hat schon gewusst es ist irgendwie nördig!

00:15:24: Nur

00:15:25: für die Jazzpolizei.

00:15:26: So ein bisschen so oder ja zumindest fürs eigene Jazz Gemüt vielleicht so.

00:15:30: Und ja, daraus ist irgendwie dieses Unigacity geworden und es ist wirklich ein wunderbares Ensemble.

00:15:35: Und wie lange hast du mit dem Ensemble gearbeitet?

00:15:39: Inzwischen habe ich so ein bisschen Ausblick verloren, wie lang es ist aber ich glaube schon in sechszehn Jahre ungefähr.

00:15:42: Ideengeber war Dr.

00:15:44: Wolfgang Königleiter damals der Schule für Musik im Kreis Warendorf also im Nachbarkreis Ja und das hat dann einfach einen wunderbaren Verlauf eine tolle Entwicklung genommen.

00:15:53: Wie gesagt ein Ensemble dass es bis heute gibt.

00:15:55: Das Ensemble hatte einfach Eine unheimliche Vitalität entwickelt.

00:15:59: Menschen sind in jungen Jahren da rein und in etwas älteren Jahren dort wieder raus, ich bin happy über alle von denen ich weiß wenn ich das immer so noch verfolgen kann welche Lebenswege sie gefunden haben innerhalb aber auch außerhalb der Musik.

00:16:12: also wenn wir ein Ziel hatten ging es eigentlich darum einen Lücke zu schließen von der ich fand dass die Bestand zwischen Musik auf der lokalen Ebene an den Schulen oder auch die Musikschulen hin zum Landesjugendjesstorchester Nordrhein-Westfalen.

00:16:25: Und es war einfach so, dass für viele meiner Schülerinnen und Schüler dieser Schritt eigentlich fast nicht zu machen war ins Landesjugendschesterorchester vorzustoßen trotz jeder Qualität aber weil irgendwie noch eine Ebene fehlte wo Menschen auf ihrer Augenhöhe mit zwölf, dreizehn, vierzehn Musik machen können.

00:16:43: Und das ist irgendwie gelungen und dadurch ist es auch gewachsen.

00:16:46: Dann war es irgendwann überhaupt nicht mehr nur das Münsterland sondern dann kamen Anfragen auch wirklich aus dem ganzen bestfelischen Raum.

00:16:53: Ich stell mir grad vor, du hast gesagt, du bist da vielleicht ein bisschen naiv damals reingesteupert.

00:16:57: Hattest noch nicht das Wissen wie das so laufen würde und du hattest wahrscheinlich auch keinen pädagogisches Wissen?

00:17:03: Das hast du dir ja auch erarbeitet durch die Praxis.

00:17:05: Wie war da so dein Weg darin besser zu werden also im Musikmachen mit Jugendlichen?

00:17:10: Genau!

00:17:10: Also Jüngsten waren und sind ja zehn, zwölf Jahre alt.

00:17:14: Also ich habe definitiv umfassbar viel gelernt über die Jahre.

00:17:17: Das ist so blauäugig, ehrlich gesagt glaube ich auch an dem Punkt der vielleicht außerhalb der pädagogik ist.

00:17:22: aber ich hab mich dann auch in das Management als die Organisation gekümmert.

00:17:25: also das war eigentlich das was ja das sind Lebensstunden die bringen immer zurück.

00:17:31: Deswegen muss sich das irgendwann auch verändern.

00:17:33: Aber inhaltlich im Bezug auf die pädagogische Arbeit, das Setzen von Zielen, das Ausfehlen von Literatur der Umgang natürlich die Musikvermittlung ja ich hatte vorher schon unterrichtet aber noch nicht so lange.

00:17:45: also ich war ein paar Jahre raus aus der Hochschule.

00:17:47: Ich habe mir bestimmte Dinge angeeignet.

00:17:49: man schaut natürlich auch Vorbilder tolle Lehrkräfte die man erlebt hat und

00:17:57: Wo, die aus dem Gymnasium?

00:17:58: Zum Beispiel.

00:17:59: Absolut!

00:18:00: Und ist daran erinnert und das kopiert?

00:18:02: Absolut natürlich auch, aber dann auch durch Erlebnisse im Studium.

00:18:07: Ich konnte bei John Rock und Epic Ben spielen.

00:18:09: Ich habe mit Peter Herwaldzheimer ein Bundesjugendchesorchester sein dürfen... Und das Wesentliche war für mich, glaube ich auch die Workshop-Tätigkeit und dass Schauen auf Kolleginnen und Kollegen.

00:18:21: Also ich war ja jahrelang Lehrkraft auch, also dozent wie man so sagt bei den Workshops in Berlin, Charlottenburg, City West sozusagen, Julia Hülsmann, Tim Sohn Christoph Griese tolle Kolleginnen tollen Kollegen.

00:18:34: und was ich immer versucht habe ist bei denen auch mit reinzuschnuppern, also zu hospitieren.

00:18:39: Julia

00:18:40: Hulsmann ist eine

00:18:41: sehr coole Pädagogen finde ich.

00:18:42: Absolut großartige!

00:18:44: Pädagogin, Musikerin, ein toller Mensch.

00:18:47: Klar ja absolut und das kann auch wirklich anzünden.

00:18:51: also das ist sehr inspirierend.

00:18:53: diese Big Band die konnte ich natürlich nicht alleine auf die Beine stellen.

00:18:56: das heißt wir waren Team und für mich war ganz wertvolle Momente wenn ich den Kolleginnen Kollegen auf die Finger schauen konnte wenn ich einfach danebensitzen konnte und konnte schauen wie gehen jetzt an die Probeer-Raden, wie treten sie vor das Ensemble?

00:19:10: Wie sprechen die an?

00:19:11: welches Tempo wählen Sie?

00:19:13: Meine ich jetzt nicht im musikalischen Sinne sondern in Bezug auf die Fortschritte die sie erzählen wollen.

00:19:18: Genau ein Lerntemper!

00:19:20: Beschreib mal was machen die Leute denn gut?

00:19:23: also in Bezugs mit dem Ensemble sprechen.

00:19:25: was du dir abgeguckt hast kannst du das ganz konkret sagen

00:19:28: wenn ich etwas verallgemeinern könnte auf alle ist dass sie ihren persönlichen Weg gefunden haben wie sie das machen als wie sie vor der Band sind.

00:19:35: Das finde ich bis heute ganz spannend, weil das natürlich das was irgendwie auch schwierig in Worte zu fassen ist.

00:19:40: Weil dieses individuelle Individuelle dann so handwerklich manchmal nicht leicht zu vermitteln.

00:19:45: Wenn ich jetzt an meine Tätigkeit in Oldenburg denke es ist ja so dass ich dort Studierende aus dem Schulmusikstudium von mir habe die bei mir auch Ensemble Eitungen belegen und es geht natürlich mal darum wie mache ich das richtig?

00:19:57: Wie zeige ich das an?

00:19:58: Wie dirigiere ich das?

00:19:59: Welche Eintrittsworte wähle ich wenn ich vor das Ensemble trete Und diesen Mix zu schaffen zwischen Funktionalität, aber gleichzeitig auch irgendwie mir gerecht zu werden wie ich ticke.

00:20:11: Und das ist ja auch wirklich individuell.

00:20:12: also da muss man sich die Frage stellen was es mir wichtig wenn ich mit anderen Musik mache und dass habe ich dann auch irgendwann angefangen

00:20:19: und

00:20:20: erzähle zum Beispiel auch... Also ich hab da lange überlegt ich habe jetzt in der Waldschule dieses Projekt wo ich mit Studierenden hingehe und wir mit den Jugendlichen musik machen.

00:20:28: Ich hatte lange so den Ansatz partizipativ ich will gar nicht so viel vorgeben und jetzt sehe ich das schon wieder ein bisschen anders und habe auch die erste Session gemacht.

00:20:36: Und dann habe ich auch entschieden gleich zu sagen, Ich finde es super wichtig dass wir zusammen

00:20:40: groove'n

00:20:41: und dass wir irgendwie die Musik fühlen.

00:20:43: Das finde ich total wichtig!

00:20:44: Und im nächsten Schritt kann man sich ja überlegen wie kriege ich das hin?

00:20:47: Und wie kommuniziere ich das?

00:20:51: Da würde ich dir auch zustimmen.

00:20:52: also da muss man sich individuell klar werden was ist mir eigentlich wichtig Und wie kann ich mit den Leuten da hinkommen, dass wir das schaffen?

00:20:59: So in ein gemeinsames Feeling zu gehen oder

00:21:01: so.

00:21:02: Absolut, absolut!

00:21:03: Also ein Keyword zur Arm- oder ein bestimmtes Grundziel, sodass sich Menschen auch dem anschließen können, dass sie auch verstehen was ist jetzt eigentlich unsere Priorität?

00:21:12: Das ist glaube ich total hilfreich.

00:21:14: und dann es ist so, dass ich damit natürlich auch wieder spielen kann im guten Sinne, dass Ich Varianten finden kann und dadurch glaube ich gelingt es mir ein Stück weit Menschen auch quasi ... im Spiel zu halten, dass sie dann nicht doch irgendwann den roten Faden verlieren.

00:21:29: Also ich versuche auch eine gewisse Variabilität natürlich mal im Unterricht zu haben und in meiner Vorgehensweise... ... auch nichts was andere Menschen beschwindig auch machen.

00:21:37: Ja ja

00:21:37: zum Beispiel sich festbeißen

00:21:39: an einem Stück Ewigkeit.

00:21:39: So was genau!

00:21:41: Und auch wieder Vertrauen haben.

00:21:43: also da hatte ich auch wieder am Ende des Sommersemesters ne spannende Situation mein Studierenden in Oldenburg wo ich ne Big Band leiten darf, wo es etwas gab noch nicht so richtig selbstverständlich klappt.

00:21:54: Es war doch nicht so verdaut, man hatte sich noch nicht wirklich gefunden.

00:21:58: aber ich hatte ein starkes Gefühl dass die Situation auch ein bisschen so war.

00:22:01: es war ein bisschen eine stressige Situation am Ende eines anstrengenden Semesters

00:22:06: und

00:22:07: die

00:22:07: Prüfung stehen an viele Entscheidungen manchmal über Lebenswege stehen an weil die Studierenden dort wenn sie in dieser Band irgendwo auch angekommen sind, wenn ich das zu sagen darf.

00:22:17: Dann auch schon wieder schauen so wie geht es bei mir weiter?

00:22:20: Bin ich überhaupt im nächsten Semester noch hier?

00:22:22: oder was ist mit meinem

00:22:23: Leben?

00:22:23: Auf total emotionale

00:22:24: Themen!

00:22:25: Absolut absolut und... Und das macht ja Unruhe oder kann ein Hindernis sein dass Menschen miteinander schwingen also dass sie in einen Einklang kommen?

00:22:33: Ich meine Einklang ist ja eigentlich erstmal musikalischer Begriff aber ist natürlich auch darüber hinaus ganz wichtig.

00:22:39: Ja da hatten wir so'n Erlebnis dass das Vertrauen absolut berechtigt war, weil als es dann soweit war waren sie gelöst auf der Bühne.

00:22:48: Man kommt da so an und jetzt ist es halt so... Das Publikum!

00:22:52: Ja klar, das kann auch Stress erzeugen bei manchen aber gleichzeitig kommt dann auch diese Erkenntnis so ja es ist jetzt wie's is'n wir machen das Beste draus und vielleicht kling ich jetzt fast ein bisschen dramatisch, weil das war jetzt gar nichts was irgendwie so vergielbar, dass mal Angst gab, dass es nicht gelingt.

00:23:11: Die Studierenden hatten auch wirklich einen hohen Anspruch an ihr Zusammenspiel.

00:23:15: Und ja, und dann auf dem Punkt war es da – das fand ich total wertvoll!

00:23:20: Also auch das Miteinander zu teilen, dieses Erlebnis.

00:23:23: Hast du danach noch was dazu gesagt?

00:23:26: Man hat ja auch ganz die Gelegenheit, aber eigentlich wäre es total wertvoll über sowas dann zu sprechen danach.

00:23:32: Das macht man schon.

00:23:34: Aber am Ende eines Semesters, wenn man in den Semesterferien geht gibt's oft nicht die Gelegengenheit.

00:23:39: Ja das mal so, mal so bin ich auch beschenkt mit genau wie hier auch Münster an der Musikhochschule und an der Universität mit den Studierenden der Musikpädagogik.

00:23:47: Ich habe auch mit klugen Menschen zu tun, die auch über ihre Dinge und ihre Erlebnisse nachdenken.

00:23:54: Immer wieder Erlebnisse muss man eigentlich gar nicht nachbereiten, weil es so offensichtlich ist.

00:23:57: Aber klar manchmal ist das auch einfach der Moment den man nicht mehr hat dass man nochmal vielleicht zur Ruhe kommt.

00:24:04: was ich auch verstehen kann das eine ist wie wir getaktet sind in unserem studierenden Leben und natürlich auch dass nach einem Konzert die Emotionen schon wieder andere sind.

00:24:14: aber das heißt ja nicht dass die Menschen dieses Erlebnis vergessen haben.

00:24:18: So und das gibt ihnen Kraft beim nächsten Mal.

00:24:19: Ja

00:24:20: stimmt!

00:24:20: Man muss nicht alles immer total analysieren oder besprechen.

00:24:24: noch mal, aber ich glaube es ist schon Anlass da nochmal zu sagen hey wir haben da gestruggelt und dann haben wir's auf der Bühne geschafft.

00:24:31: Weil ich glaube das hilft schon.

00:24:32: also wenn sie jetzt um Vertrauen geht dass man merkt okay ich kann auch mich vertrauen dass es dann läuft.

00:24:38: Absolut!

00:24:39: Das habe ich mir irgendwann auch angeeignet eigentlich ziemlich bald auch schon bei Unigacity Aber definitiv auch hier in der Universitätstätigkeit dass ich im Nachgang eigentlich immer irgendeine Art von Feedback gebe.

00:24:50: Das kann nicht immer komplett detailliert sein, wenn es das ist, ist es meistens eher persönlich oder individuell weil ich Menschen einfach nochmal eine Rückmeldung geben die gar nicht vielleicht in die Gruppe muss, weil es auch für manche nicht interessant ist und weil es sich vielleicht auch nicht passend wäre Aber auch der Gruppe immer irgendwie eine Rückmeldung zu geben und die immer von Herzen ist.

00:25:10: Auch wenn es oft Lob ist, aber ich finde wir leben auch in einer Kultur wo das Lob manchmal ein bisschen kurz kommt.

00:25:14: Das ist mir so mein Bild auf die Dinge.

00:25:17: Mir ist es total wichtig... Ich kann auch verstehen dass als zum Beispiel mit der Big Band die ich leite an der Uni Noldenburg da haben wir natürlich ne WhatsApp-Probe wie das heute so ist.

00:25:24: Und wenn ich das dann schreibe klar manche lesen das wirklich, manche Lesen das so halb und manche klicken es weg ganz vergessen.

00:25:30: Da muss mal komplett realistisch sein!

00:25:32: Aber das ist auch völlig okay weil weil wir alle auch natürlich so viele Dinge haben, die auf uns einströmen und die wir verarbeiten müssen.

00:25:41: Aber irgendwie so etwas zu haben halte ich auf jeden Fall für total wichtig.

00:25:44: Ich hatte auch an den Enden der Arbeitsphasen immer also mit dem Jungen Jazzorchester, weil es ja auch wirklich so junge Menschen sind, die oft noch so viele Fragenzeichen haben... Auch selbst Pfeiffel, ob sie das eigentlich gut genug machen.

00:25:57: Ob sie gut genug sind sozusagen.

00:25:59: Dass ich immer Feedbackgespräche gemacht habe.

00:26:02: Das heißt, ich hab mir wirklich am vorletzten Tag... Also es geht eigentlich mal vom Montag bis Samstag.

00:26:06: Samstags ist noch ein Soundcheck und das Konzert.

00:26:09: Am spätnachmittag und Freitags spätestens.

00:26:12: Manchmal schon ab Donnersdag Mittags habe ich versucht mir die Zeit zu nehmen mir das so freizuschaufen, dass jemand anders die Tutti-Probe leitet.

00:26:20: Aber dass ich mir nach und nach jeden aus der Band mal eben zum Gespräch erbitte... Was durchaus auch irgendwie anscheinend nicht überhaupt nicht!

00:26:29: Die hatten alle immer auch die Wahl, wie persönlich sie antworten.

00:26:32: Aber sie konnten sagen ob sich in der Gruppe wohl fühlen und ob sie gut klarkommen... ...ob die Musik für sie zu unrealistisch ist, zu schwierig ist, so langweilig ist, alles, was man ja auch nicht auf dieser Art.

00:26:42: Aber natürlich fiel sie sich einfach auf, wie wohl sie sich fühlen!

00:26:45: Und dann ist es natürlich spannend wenn das über die Jahre geht auch zu merken, wo die Menschen natürlich älter sind, wie sie sich entwickeln.

00:26:53: Das ist eine enorme Chance den Rücken zu stärken und Lob auszusprechen, da wo ich finde das es natürlich angebracht ist muss ja immer erinnertlich auch gefühlt sein.

00:27:03: Und diese Feedback Gespräche die habe ich für... habe ich als total hilfreich im Fund.

00:27:08: Und wenn du jetzt mit der ganzen Big Band zum Beispiel in Ollenburg sprichst, haben die dann auch Raum ihre Eindrücke vom Konzert nochmal zu äußern?

00:27:16: Da müsste man sie natürlich vielleicht fragen weil da bin ich wahrscheinlich auch so in meinem Tunnel aber ich bilde mir das ein.

00:27:23: also ich hoffe dass sich immer ausstrahle dass man sich auch immer bei mir melden kann auch dann im Nachgang.

00:27:29: Das muss man auch etablieren.

00:27:31: Thema Wohlbefinden, das merke ich immer wieder.

00:27:33: Weil wir ja im Machtverhältnis sind und du gibst denen jetzt keine Noten glaube ich oder gibt es doch nicht?

00:27:39: Aber das ist zum Beispiel bei mir der Fall!

00:27:40: Ich benote die auch und dann wünsche ich mir eine offene Rückmeldung und krieg sie nicht unbedingt weil die Leute das nicht möchten.

00:27:48: Und da ist glaube ich wenn man mit der ganzen Gruppe spricht dass eigentlich schon wieder fast so ein sicherer Raum, wenn man das etabliert, dass sie das dann... aber das muss sich etablieren.

00:27:58: Also manche fühlen sich glaube ich viel wohler in dieser Gruppensituation können.

00:28:02: Andere wollen das genau dort nicht?

00:28:04: Ja, man muss ja niemanden

00:28:05: zwingen.

00:28:06: Genau, mit Zwillingein völlig richtig!

00:28:09: Und auf jeden Fall ist es ganz wichtig dass man diese Kommunikation um beide Richtungen hat und ich versuche das mal auszustrahlen ob das glaubwürdig ist.

00:28:18: muss man da nicht studieren oder die Menschen fragen wir denen nicht Musik machen?

00:28:22: Das ist natürlich so.

00:28:24: Du hast gerade einen Punkt angesprochen, der auch in diesem Kapitel war was ich heute zur Vorbereitung gelesen habe.

00:28:29: Also das ging ja grad schon um diesen Look of Terror und was anderes weiß ich schön fand dass der Autor schrieb er möchte comfortable music creators also wenn es um Improvisationen geht also sie müssen sich they have to feel comfortable und das ist sein Job

00:28:44: genau.

00:28:45: also dass man wirklich eine Interesse hat daran wie es den Menschen geht mit denen zu tun hat und wie Sie zurechtkommen.

00:28:53: Ja, sie kommen ja manchmal auch mit Rückmeldung auf die man gar nicht kommt.

00:28:57: Und dass dieses ganze Tun auch Wirkung hat, die über das reine Musikvermitteln hinausgehen.

00:29:04: Ich weiß noch, dass ich irgendwann mal ein Feedback bekommen habe, dass jemand sagt und es hat mich total gerührt.

00:29:08: Sie werden alle so viel Mutiker geworden?

00:29:11: Ohja schön!

00:29:13: Und wo ich dachte, ja klar... Also irgendwie ist das auch eine Chance in dieser Alterspannung, wo sie sich hier auch so entwickeln Ja, im Rahmen zu schaffen, indem sie so Entdeckung machen und sich selber auch anders entdecken können.

00:29:26: Und das kann die Musik

00:29:27: auch?

00:29:28: Also dafür bin

00:29:28: ich überzeugt oder sehe es

00:29:30: auch... Absolut!

00:29:31: Absolut.

00:29:31: und auch dieses irgendwo intensive Miteinander sein also diese Woche miteinander hat natürlich mit so einem Haufen Kids hätte ich jetzt fast gesagt.

00:29:40: Ich meine, das ist natürlich nicht despektierlich.

00:29:43: Man hat ja auch irgendwie was Erzieherisches.

00:29:44: Wir hatten auch immer ein Handels bis heute einen großartigen Freizeitpädagogin mit dabei.

00:29:48: Da seid ihr richtig gut aufgestellt im

00:29:51: Ossong.

00:29:51: Also keine Ressourcen die ihr da seid?

00:29:53: Ja also wir haben auch hart dafür bekämpft dass es finanziell überhaupt alles funktioniert muss man ja auch sagen Es war auch ein bisschen auch ein Selbstschutz weil ich wusste... ...ich bin nicht der richtige um vierundzwanzig siebene Woche lang auf eine Gruppe von dann ziemlich bald über dreißig jungen Menschen irgendwo auch auf passen und für die immer da zu sein.

00:30:10: Ja, die Verantwortung.

00:30:12: Und irgendwie auch Respekt vor dem das es ja einfach eine Profession ist dass er jemand ist der auch nochmal nämlich aus diesem außermusikalischen Winkel auf die Teilnehmenden schaut und sie nicht immer bewährte wie gut sie jetzt Trompete oder Saxophon spielen sondern welcher Mensch da eigentlich hinter dem Notenpult sitzt.

00:30:31: Ich versuche das auch.

00:30:32: Aber natürlich können die das noch mal anders, weil sie sind zum Beispiel in den Proben gar nicht dabei.

00:30:36: Dadurch haben die einen komplett anderen Blick auf das ganze Geschehen auch in der Gruppe.

00:30:42: Weil zwischen zehn und siebzenundachzehn die Interessen sich schon sehr ändern.

00:30:47: Und das Miteinander und dann aber auch zu schauen, okay wie kann ich... Dann bilden sich ja auch manchmal so verschiedene Klicken.

00:30:54: Weil dann kommen Leute ein bisschen alter gemeinsam in die Gruppe, die wachsen miteinander.

00:30:58: Irgendwann sind sie die älteren.

00:31:00: Entdecken neue Interessen?

00:31:01: Ich sag's mal so!

00:31:03: Dass jemand das auch irgendwie wieder Angebote macht für die Freizeit was man miteinander vielleicht abends noch macht Mal für alle, mal nämlich genau nicht Auch immer so Gesprächskreise angeboten hat wo man auch immer wieder checkt, wie geht's denn die hier?

00:31:18: Das ist etwas ganz... Absolut.

00:31:23: Absolut!

00:31:23: Oder auch Spiele dafür finden, die das transportieren können, wie im Pro-Theater oder so.

00:31:28: Also wo sie vielleicht, wenn Sie einen bestimmten Mut in der Musik noch nicht haben.

00:31:32: Aber dann auf einmal, wo man merkt, hier kann doch total... Ich sag jetzt mal das blöde Wort Rampensau sein

00:31:38: oder

00:31:38: einfach nochmal eine ganz andere Facette zeigen?

00:31:41: Also eine andere Möglichkeit geben sich zu stärken und dann wirkt sich das auch oft das Spielen

00:31:47: aus.

00:31:47: Ja und es ist auch sehr erholsam, weil diese sechs Tage sind natürlich wahnsinnig intensiv Und dann können solche Erlebnisse natürlich einfach Menschen da die Chance geben dass sie Ja, irgendwie eine andere Seite von sich zeigen oder... sich anders entdecken.

00:32:02: Ich weiß, du hast da gar nicht so viel Ahnung von aber ich frage es dich trotzdem also stell dir den schulischen Musikunterricht vor dem ganz normalen den du länger schon nicht hattest oder keinen Einblick hast.

00:32:11: Aber das sind jetzt Lehrerinnen die haben gar nicht Soviel Ahnung Von Jazz.

00:32:14: Die Haben selber klassisch eher Studiert und Sind So Ausgebildet Und Die Haben Dann IrGendwie sechs Wochen Für Eine jazz Einheit

00:32:22: Mit Fünfzehn

00:32:23: Oder Sechzehnjährigen.

00:32:24: Was Fändest Du wäre Das Wichtigste Wenn Man Diese Musik Vermittelt in der Schule und man hat nur fünf, sechs Wochen Zeit?

00:32:31: und dann kommen wir das nächste Thema.

00:32:33: So ist es ja oft in der Schule!

00:32:36: Was fändest du wichtig?

00:32:37: Also

00:32:37: in Bezug auf die Vermittlung von Jess.

00:32:40: Warum laufst du gerade?

00:32:41: Weil du einen sehr schönen Einleitenden Satz gesagt hast, weil du sagst, ich hätte da noch keine

00:32:45: Ahnung.

00:32:45: Vielleicht haste Ahnung um Gott.

00:32:47: das habe ich dir jetzt unterstellt!

00:32:49: Nein, ich fand das schön alles gut.

00:32:51: Haste Ahnung mehr als ich mir

00:32:54: dachte?

00:32:55: Ach nein, also ich... Ich hab so einen großen Respekt vor dieser Tätigkeit im Schuldiensten.

00:33:01: Regelmäßigkeit über Schuljahre und viele Jahre auch.

00:33:05: Das ist so ein Unterschied, ob ich da mal einmal reinkrasche für eine Doppelstunde und kann da so irgendwie aufschlagen... Bist du der Star?

00:33:15: Auf jeden Fall weckt das für eine gewisse Weile die auch endlich ist natürlich eine Aufmerksamkeit, die die Kolleginnen und Kollegen im Alter so nicht haben.

00:33:23: von daher Wo würde ich da ansetzen?

00:33:26: Ich glaube sogar noch vor diesen sechs Wochen.

00:33:28: Ich verstehe, dass die Frage irgendwo auch konkret gemeint ist aber es geht ja eigentlich wieder darum was für ein Geist etablier' ich in meinem Kurs das wir eine Situation haben wo die Menschen, die ich davon überhaupt offen dafür sind, dass ich ihnen mit neuen Inhalten komme, die sie eventuell eigentlich im Alltag nicht gewählt hätten.

00:33:43: Genau wie sie nicht gewählt hätten, die ihnen halt irgendwie fremd sind weil sie zum Beispiel leider ja nicht nur heutzutage schon lange aber auch heutzudage oft Vielleicht gar keine Instrument mehr spielen oder nur eine kurze Erfahrung hatten in einer Bläserklasse, die dann vielleicht auch nicht immer gut war.

00:33:58: Also dass sie auch ein gespaltenes Verhältnis haben oder eine gewisse Distanz überhaupt zur Musik.

00:34:03: Also Musik zu konsumieren ist eines weil da finden wir uns fast alle drin wieder alles zum Glück so viel Musik gibt das wir schauen können was passt zu meiner Lebensphase zu meinem Geschmack, zu meiner Blase, der ich agiere mit meinen Freundeskreis und so.

00:34:16: Aber so richtig dieses Bus darum geht natürlich Musik zu machen, da braucht man irgendwie ja dann doch skills.

00:34:21: Man muss ein Stück mit einem Instrument beherrschen damit man was damit kann.

00:34:25: So gesehen habe ich auf diese Frage gar keine gute Antwort.

00:34:30: Ich glaube, dass es natürlich einfach gut tut für die Lehrkräfte wenn sie in der Tat diese Erfahrung auch irgendwie ein Stück weit irgendwann gemacht haben und am besten auch frisch halten.

00:34:38: Das heißt, wenn ich von dir höre du gehst auf eine Blue Session, du gehest auch das Risiko Du weißt da gibt's ne Chance, dass das vielleicht... nicht so gelingt, wie du dir das wünscht oder so.

00:34:48: Weil du gehst in eine Situation die nicht komplett... Aber dazu gehört genau Mut und gute Selbstbewusstsein auch ne Glassenheit und einfach ne Freude am Tun Ja?

00:34:57: Das ist total wichtig!

00:34:58: Und

00:34:58: dass es letztlich wieder Universal hast Du ja zuletzt gesagt

00:35:01: hast?

00:35:01: Ja absolut Genau und ich glaube da irgendwo kommen all diese Dinge wieder zusammen.

00:35:06: Es tut schon gut regelmäßig auch selber sich wieder in diese Situation zu bringen Zu schauen wie sie das eigentlich wenn ich wirklich mit dem Menschen Musik mache.

00:35:13: Ja, das war ein schönes Schlusswort, glaube ich.

00:35:16: Oder?

00:35:16: Was meinst du?

00:35:17: Deswegen mir!

00:35:18: Klar, natürlich!

00:35:20: Danke für deine Zeit!

00:35:22: Sehr gerne und viel Spaß gemacht.

00:35:23: Vielen Dank!

00:35:24: Und

00:35:24: einen guten Start ins neue Semester, sage ich schon.

00:35:27: Danke gleichfalls

00:35:28: absolut!

00:35:30: Das war die siebenundneunzigste Folge von Mehr als Töne.

00:35:33: Christian und ich freuen uns über Rückmeldungen und Gedanken zu dieser Folge auf dem Blog von mehr als Töne in deiner Podcast-App oder auch über die Social Media Kanäle, über die du mit uns im Kontakt bist.

00:35:46: Wir danken außerdem

00:35:47: Ella Özdemir, Studentin am Institut für Musikpädagogik in Münster, die beim Schneiden und Mixen der Folge eine sehr große Hilfe war!

00:35:57: Wer in der nächsten Folge zu Gast sein wird ist noch nicht ganz klar... Es bleibt also spannend.

00:36:02: Bis dahin wünsche ich dir einen schönen Herbst und wie immer viel Spaß beim Musikmachen,

00:36:08: hören und unterrichten!