Mehr als Töne - Musikpädagogik und Gesellschaft

Transkript

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00:00:00: Es ist wieder strebt mir auch zu sagen, wir tun etwas Soziales oder wir sind hier jemanden.

00:00:07: Wir helfen irgendjemanden oder wir bringen irgendwas der gerne irgendwas hätte.

00:00:12: Richtig!

00:00:12: Ich sehe das nämlich auch so.

00:00:13: es nicht applauswürdig und das ist auch nichts wo man sagt Das ist so toll dass ihr das für uns macht oder runter kommt von eurem Sockel sondern es ist was so.

00:00:23: Deshalb ist ja auch diese Bescheidenheit so wichtig wenn wir in die Einrichtungen gehen.

00:00:26: dieses Ding.

00:00:27: Danke dass du mir die Tür öffnest Weil unsere Türen waren so oft verschlossen, dass es überhaupt nicht selbstverständlich ist.

00:00:34: Dass du jetzt hier sagst, jetzt kommen sie zu uns und spielen ein Konzert, sondern das Gegenteil ist genau das Gegend.

00:00:39: Aber es ist genau ein anderer Punkt, wenn man sagt darf ich hier reinkommen?

00:00:43: Können wir euch mal was vorstellen?

00:00:45: Das ist das, was wir ausmachen.

00:00:54: Hallo und herzlich willkommen zur fünfundneunzigsten Folge von mehr als Töne Musikpädagogik & Gesellschaft.

00:01:01: Schön, dass Du wieder dabei bist.

00:01:03: Vielleicht hast du dich irgendwann schon mal gefragt, wie eigentlich die Gewinnung von Gästen für diesen Podcast abläuft.

00:01:10: Diese Folge ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich ein Podcastgespräch manchmal ergeben kann und wie dabei verschiedene Dinge zusammenspielen.

00:01:18: Ich habe vor einigen Monaten eine nette E-Mail von Musetika bekommen, die anfragten ob wir im Podcast einmal über ihre Organisation sprechen könnten – und das was die Menschen diese gestalten tun!

00:01:30: Zu dieser Zeit bereitete ich gerade ein Musikpädagogik-Seminar vor, mit dem Titel Artistic Citizenship wie lässt sich künstlerisches mit gesellschaftlichem Handeln verbinden.

00:01:42: Das Seminar fand in diesem Sommersemester statt und wir haben uns darin mit der Frage beschäftigt was die theoretische Idee des Artistic citizenship eigentlich ganz konkret in der Praxis bedeuten kann.

00:01:54: Der Begriff Artistic Citizenship steht für bürgerschaftliches Engagement von Künstlerinnen, bei dem sie ihre Kunst mit anderen Menschen teilen oder auch gemeinsam mit musikalischen Leinen künstlerisch aktiv werden.

00:02:06: Wir haben uns im Seminar also nicht nur mit Definitionen und Theorie beschäftigt sondern auch mit konkreten Beispielen.

00:02:13: Artistic citizens planen und gestalten zum Beispiel Projekte die auf lokale Gemeinschaften wirken und sie reflektieren dabei, wem oder welchen Anliegen ihre Kunst nützt und wie sie das tut.

00:02:26: All das erkläre ich weil wir im kommenden Gespräch auf den Begriff Artistic Citizenship eingehen.

00:02:32: Der Tag der Aufzeichnung war ein sehr heißer Tag was dazu führte dass Isabel Agiere nicht persönlich mit dem Zug nach Münster kommen konnte sondern von Berlin aus mit uns gesprochen hat.

00:02:44: Und während es bei ihr zu Hause schön leise war, lief bei uns im Seminarraum der Uni ein Ventilator.

00:02:50: Der wird also in dieser Folge immer wieder zu hören sein wenn jemand aus dem Seminarraum gesprochen hat.

00:02:56: Ich hoffe dass das nicht allzu sehr beim Zuhören stört.

00:03:00: Nun zu unserem Gast.

00:03:01: Isabel Agire arbeitet seit acht Jahren als Geschäftsführerin bei Museetika Berlin und ist eigentlich eine studierte Literaturwissenschaftlerin und sie hat zu Beginn erzählt was sie vor Museetica gemacht hat und wie sie von Musetika erfahren

00:03:15: hat.

00:03:16: Ich habe ungefähr zehn Jahre beim Poesie-Festival in Berlin gearbeitet, hab also auch da schon mit einer Kunstform zu tun gehabt die oftmals nur für eine kleinere Gruppe an Menschen spannend und interessant ist.

00:03:30: Und hab da auch schon gemerkt dass man wenn man das Wort schon Poesies sagt öfters mal auch Menschen so ein bisschen vor dem Kopf

00:03:37: abschreckt

00:03:37: und die Türen verschließt.

00:03:40: und hab damit angefangen mit meinen eigenen Projekten zu Menschen hinzugehen.

00:03:45: Das heißt, wir haben Poesie-Workshops in der Jugendstrafanstalt gemacht.

00:03:48: Wir haben angefangen auch international Workshops mit Jugendlichen nicht unbedingt Straftätern aber mit Jugendlichem im Sonderförderbedarf zu arbeiten und daher auch mein Interesse so am Menschen.

00:04:02: Und so bin ich dann später weitergegangen zu Musetika, die mich auch ... also Avri hab' ich persönlich kennengelernt weil mich ein Social Worker angesprochen hatte.

00:04:12: Der eben einen Konzert von ihm gehört hat in seiner Jugendeinrichtung und der hat mir gesagt, weil er mich vom Posi-Kontext kannte du musst diesen Menschen unbedingt kennenlernen!

00:04:22: Der macht wahnsinnige Sachen, der hat hier vor unserem Jugendlichen gespielt... Die Muxmäuschen still waren.

00:04:28: Dann dachte ich mir so, das interessiert mich.

00:04:30: Da will ich mehr von hören und so ging es dann

00:04:32: los.".

00:04:33: Nach dieser spannenden Geschichte zum Einstieg wollte Isabel gern direkt erfahren wie die Studierenden die Musetikakonzerte im Juni in Essen empfunden haben bei denen sie als teilnehmende Beobachterinnen dabei sein durften.

00:04:46: Ja, ich bin Dominic Malatz Ich bin Student hier.

00:04:49: Das war ein Seniorenheim wo ich drin war Und grundsätzlich war das natürlich super menschlich, also es war ja natürlich keine Bühne die auch räumlich gesehen etwas höher stand.

00:04:58: Sondern sie haben wirklich in ich glaube zwar auch eine Kapelle vielleicht was auch einfach Gemeinschaftsraum wo die vorne standen auf einer Höhenebene mit den Zuschauenden und haben dann auch Raum für Fragen gelassen.

00:05:12: und da habe ich mich jetzt im Nachhinein aber auch gefragt was diese Menschen unbedingt finde nicht pädagogische sondern aber auch soziale Ausbildung vielleicht haben, weil für mich hat sich das so angehört als wären das wirklich nur Profimusikerinnen die damit auch Aufführungspraxis erleben wollen.

00:05:31: Aber es hat natürlich auch viel mehr was mit sozialem zu tun und ob die das auch als Anheizpunkt nehmen zu erfahren okay wie kann ich Veranstaltung gestalten?

00:05:41: Die ja eben das Artistik-Citizenship wie man das fördern kann als Künstler.

00:05:48: Ja also der Zugang ist halt total auf mehreren Ebenen gedacht.

00:05:54: Das Ersten sind es tatsächlich sehr professionelle junge Musiker und Musikerinnen.

00:05:59: natürlich können sie nebenbei auch sehen, guck mal in dem Feld könnte ich vielleicht auch arbeiten oder auch tätig werden.

00:06:05: aber eigentlich geht's wirklich darum dass Sie Ihren Job wirklich auf allen Ebennen ernst nehmen.

00:06:11: das heißt Musik ist wirklich als soziale Praxis gedacht und Musik is' wirklich dazu gedacht.

00:06:15: also unsere

00:06:16: festen Überzeugung die Klassik dass man sie eben auch zu den Menschen hinbringt Und dieses Format, dass das auch was Soziales... Also in diesem heutigen Definition von was ist sozial.

00:06:29: Was Soziales hat, ist hier in dem Fall eben wirklich ganz klar, hey alles Menschen und dein Zuhörer oder Zuhöhrerin kann in der Philharmonie sitzen, kann aber auch genau hier sitzen und gerade jetzt zum Beispiel bei Seniorenresidenzen sind ja auch ... ganz oft Menschen, die manchmal vielleicht auch vorhanden wie Philharmonie oder Konzertsäte gegangen sind.

00:06:46: Aber genau also für uns ist es so dass es ein Selbstverständnis geben soll für ich mache Musik aus der Überzeugung das ich Musik den Menschen nahe bringen möchte und auch kann.

00:06:57: Und hier ist dein Publikum

00:06:59: Gibt es dazu denn aber auch so Sensibilisierungsschulung oder Nachgespräche, Vorgespriche oder ähnliches?

00:07:05: Wir machen meistens Nachgespreche vor den Veranstaltungen.

00:07:08: Also vor den Konzerten sagen wir was das ist also wo gehen wir hin was für eine Einrichtung?

00:07:13: dann wird nicht so viel vorweggenommen, also wir sagen vielleicht bei Schulen oder Menschen mit Beeinträchtigungen es könnte lautiert werden.

00:07:23: Es könnte jemand auf dich zukommen, es könnte während des Konzertes irgendwie zu Bewegung kommen.

00:07:27: sei nicht irritiert konzentriere dich weiter auf die Musik.

00:07:31: so das sind so Sachen die wir schon vorweg sagen.

00:07:34: bei Strafanstalten sagen wir jetzt auch nicht was dafür Straftaten begangen wurden, sondern es geht, weil wir es auch selber gar nicht wissen oder wissen wollen.

00:07:42: Sondern eigentlich nur ihr seid in einem geschützten Raum.

00:07:45: das ist das Wichtigste dass die Musikerinnen wissen.

00:07:48: sie sind immer geschützt Sie können sich voll und ganz ihrer Musik hingeben.

00:07:52: Das ist das einzige was wir vorwegnemen und dass sie immer ihr Publikum respektieren.

00:07:57: Also das ist uns auch irrsinnig wichtig, dass man nicht mit einer Attitude in das Konzert reingeht und sagt ich zeige euch mal was die Klasse kann sondern dass man dieses Konzern rein geht eigentlich und zu sagen Ich zeig dir mal was ich kann!

00:08:10: Ich bin neugierig darauf was du zu mir sagst und ich schau mal wie es denn ankommt.

00:08:15: Ja super!

00:08:17: Ich will dann Raum offen

00:08:18: lassen für andere

00:08:18: Fragen.

00:08:19: Vielen Dank bis später.

00:08:21: Hallo!

00:08:22: Ich habe es leider nicht zu einer Exkursion geschafft,

00:08:24: aber ich habe die

00:08:25: Frage wie finden Sie Musikerinnen?

00:08:27: Die da Lust darauf haben das zu machen.

00:08:29: Also vielleicht so vom Blick der Öffentlichkeitsarbeit.

00:08:32: also machen sie Werbung oder gehen sie in die Hochschulen und fragen danach oder wie läuft dieser ganze Prozess, die zu finden?

00:08:38: Wir machen tatsächlich internationale Ausschreibungen.

00:08:41: Die werden verteilt über eine Foren wie Musical Chairs oder wir lassen auch die Ausschreibung weiterleiten von diesen genommierten... Tutorinnen, mit denen wir arbeiten.

00:08:51: Das sind inzwischen auch schon hundert Elf weltweit und das heißt die leiten das in ihre Kanäle weiter.

00:08:58: Social Media und so weiter natürlich auch.

00:09:00: Und daraufhin bewerben sich jährlich junge Musiker in die mitmachen wollen.

00:09:04: Es war jetzt beim letzten Call Ich glaube es wurden nur Streicher und Streicherin ausgeschrieben so ungefähr Hundert zehn oder hundertdreißig Menschen Die sich beworben haben um mitzumachen und im Jahr davor waren's dreihundert.

00:09:15: da waren auch Blas Instrumente und Klaviere mit dabei.

00:09:18: Genau, Musikiker hat inzwischen so eine kleine Crowd sozusagen und hat ein Interesse gefunden.

00:09:26: Und man sieht eben dass man davon auch viel lernen

00:09:28: kann.

00:09:29: Und wie läuft denn der Auswahlprozess?

00:09:31: Also auf welchem Kriterien?

00:09:33: oder wie viele werden dann von diesen Hundertdreißig Bewerberinnen genommen?

00:09:36: Also erstens die ganzen Bewerbungen sind online.

00:09:38: also man schickt Videos Man schickt Audioaufzeichnungen.

00:09:40: Man muss sich nicht irgendwo hin reisen.

00:09:44: Dann gibt es ein internationales Komitee mit auch wiederum bekannten und renommierten Musikerinnen.

00:09:50: Je Instrument, also je Instrument sind drei Musikerin dabei die sich wirklich alle anhören die danach unabhängig voneinander wirklich bepunkten, sich dann austauschen bei denenjenigen wo es Differenzen gibt und dann wirklich sagen okay hier sagen wir von der Violine nehmen wir zehn oder von der Bratsche, Cello usw.

00:10:12: Also jeden Instrument ist tatsächlich auch der Tutor oder die Tortorenprofi in genau diesem Instrument.

00:10:18: Spannend!

00:10:19: Okay, danke schön!

00:10:22: Ich war in einer Wohleinrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen ganz interessant zu sehen, weil für die war das ja so ein richtiges Event.

00:10:31: Also ich weiß nicht wie der Wohnalltag da sonst aussieht und wir haben jetzt auch nicht großartig eine Vorstellung bekommen, wie es da sonst abläuft.

00:10:38: also der Alltag.

00:10:39: aber man hat irgendwie schon gemerkt dass es für die was besonderes war und auch einem Bewohner hat auch ganz interessiert gefragt was denn jetzt Musik gespielt wird?

00:10:47: Und insgesamt war die Stimmung relativ gut fand ich Und ich fand es auch irgendwie interessant zu beobachten, wie sie auf die Musik reagieren.

00:10:52: Zum Beispiel war eine Stelle sehr dissonant und dann haben sich auch mehrere Bewohner so die Ohren zugehalten.

00:10:57: Das fand ich nämlich interessant!

00:10:58: Ich habe mich auch gefreut was für Hintergrund das haben könnte... ob das irgendwie mit der Erkrankung zusammenheiten könnte oder ob das dem geschuldet ist dass sie einfach solche Musik nicht kennen und solche Dissonanzen einfach nicht gewohnt sind.

00:11:08: Genau und insgesamt kann ich es einfach schönzusehen, dass diese Menschen das einfach so angenommen haben weil irgendwie heutzutage ist ja Klassik auch nicht mehr so der Standard.

00:11:16: Ich würde dann vielleicht einfach sagen, er interessiert mich nicht und ich gucke es mir gar nicht an.

00:11:21: Genau das ist so teils spannend weil wir nämlich auch bei den Repertoire immer darauf achten dass tatsächlich auch Werke gespielt werden die die jungen Musikerin gerade brauchen.

00:11:31: Das heißt entweder sie proben das vielleicht gerade ein oder sie studieren es für einen Wettbewerb ein Und es sind meistens oder oftmals auch herausfordernde Stücke also eben nicht nur harmonisch sondern eben tatsächlich auch herausfordern modern ganz verschiedene Stufen oder Möglichkeiten, Varianten der Klassik.

00:11:51: und da geht es genau darum dass man auch das so gut wie man eben kann oder immer besser vorspielt.

00:11:59: Und dann darüber diskutiert.

00:12:00: also wir hatten gerade neulich ein total spannendes Gespräch in der Frauenhaftanstalt hier in Berlin die am Anfang so ein bisschen stinkig dann auch waren und gesagt haben, warum spielst du denn so'n dissonante Stück?

00:12:11: Warum spielste uns das vor und nichts Harmonisches.

00:12:13: Ich würde mich lieber irgendwie wohlig zum washarmonischem

00:12:16: fühlen.".

00:12:17: Und da ging es dann auch darum zu sagen naja aber dass...die Musik weckt ja manchmal auch einen Gefühl von oder.

00:12:23: das darf und soll auch vielleicht den Gefühl von Traurigkeit wecken oder ein Gefühl von unangenehmen und diese ganzen Gefühle gibt's ja dieses ganze repertoire und daher ist das schon auch einen schönen Moment, das auch noch mal mitzuerleben.

00:12:36: Wenn in der psychiatrischen Einrichtung oder Menschen mit den sensorischen Beeinträchtigungen meintest du glaube ich gerade?

00:12:42: Dass man sich die Ohren zuhält und so weiter... Das kann natürlich dann auch passieren, da hast du Recht!

00:12:47: Also dass es so ein da kann ich jetzt gar nichts groß zu sagen, ob das dann damit zusammenhängt.

00:12:51: Ob es vielleicht in dem Moment auch zu laut war oder für diesen Menschen zu viel?

00:12:54: Weil manchmal möchte man sich dann auch nachdem man den Eindruck gewonnen hat irgendwie erst mal zurückziehen um sich irgendwie wieder auf Sicht zu konzentrieren und dass sind zu viele Emotionen die da geweckt werden.

00:13:04: also da passiert auch manchmal soviel, dass man das nicht unbedingt verallgemeinern kann.

00:13:09: Also könnte ich jetzt nicht analysieren aus der Ferne aber das ist auch alles Teil von dem was wir machen wollen dieses einmal die Abenteuerreise durch verschiedenste Emotionen mitmachen und schauen wie es ankommt.

00:13:24: Vielen Dank!

00:13:25: Ich bin der Einzige, die heute anwesend ist und in der JVA in Essen war und ich fand das super dass ich auch zum ersten Mal in meinem Leben die Möglichkeit bekommen habe so eine JVA zu besuchen und da zu erleben wie da Musik gemacht wird und aufgenommen wird Dann ziemlich spät erfahren, es werden vier Clarinetist-Innen spielen.

00:13:47: Also Clarinettenquartett und dachte ich hui!

00:13:51: Das wird dann wahrscheinlich so forty-fünf Minuten Glarinettmusik.

00:13:55: Krass, wie machen die das?

00:13:56: Das könnte ganz schön eintönig werden!

00:13:58: Also mit dem Vorteil war ich da hingefahren und dann haben wir diese Gruppe kennengelernt sind in die Kapelle da gegangen Die haben aufgebaut, haben sich warm gespielt Da merke ich schon... Ah, die sind locker drauf.

00:14:10: also die vier Menschen, die dafür ausgesucht wurden hier im Essen Der eine sah aus als würde irgendwie auf ein Basketballkurt in New York spielen.

00:14:20: Also auch vom Outfit ist man beim Musetika sehr locker und durchbricht ja auch dadurch schon die Konvention.

00:14:26: Aber was mich dann auch wirklich begeistert hat, vom ersten Ton an war wirklich die künstlerische Exzellenz.

00:14:32: also wie gut sie gespielt haben zusammengespielt haben wie körperlich und lebendig.

00:14:38: Und das fühl mir so sehr positiv auf, also ich komme eher aus der Rockmusik oder aus der Populärmusik und da spielt der Körper eine große Rolle, dass man interagiert und nicht jeder in seinen Noten hängt und versucht alles richtig zu machen.

00:14:53: Das hat mich total begeistert!

00:14:56: Und ich fand irgendwie auch interessant allein die Erfahrung, dass ich da mit vier Studenten, die so Anfang Mitte zwanzig Cent hingefahren bin und wir mussten dann auf einer Seite sitzen also mit den Beamten, die da auch arbeiten.

00:15:09: Die Gefängnisinsassen waren eben das Hauptpublikum und die gucken natürlich nicht nur zur Musik sondern sie gucken auch immer Verstohlen zu uns rüber weil da waren Frauen im Männergefängnis.

00:15:21: Das war auch irgendwie krass!

00:15:23: Ich will einfach nochmal sagen... weil wir da so viel Interessanz erlebt haben.

00:15:28: Vielleicht willst du irgendwo noch mal anknüpfen an einem meiner Punkte?

00:15:33: Ich finde auch, es passiert auch so verschieden zu vielen Levels.

00:15:36: was, weil man hat diesen Moment zwischen dem Publikum, zwischen den Mitarbeitenden vor Ort, zwischen der Musikerin und dem Tutor oder der Torturen.

00:15:43: Da sind so viele persönliche Begegnungen dass ich glaube der Scham und die Tatsache das ist so gut funktioniert auch sehr auf dieser Nähe aufbaut, also dass man sich so nah ist und das auch wie ihr vorhin gesagt hattet.

00:15:56: Man direkt davor sitzt oder dabei sitzt und eigentlich nicht unbedingt auf einer Bühne.

00:16:01: Auf der bühne wirklich nur wenn es gar nicht anders geht aber eigentlich auch am liebsten mittendrin.

00:16:05: Das baut schon mal näher auf.

00:16:07: dann dieses interagieren miteinander wenn die Musiker und drin diese sich vielleicht mal verschmitzt angucken anlächeln.

00:16:13: ich glaube das ist faszinierend fürs Publikum auch wo man dann sehen kann ah guck mal das sind irgendwie doch auch nahrbare Menschen als man sich's vielleicht zuvor stellt.

00:16:22: Ich persönlich finde halt so bezaubernd, dass man so viele im hässlichen gesagt Vorurteile abbaut.

00:16:29: Aber vielleicht auch so viele Meinungen die man vielleicht vorab hat auf allen Ebenen weil man selbst ja auch wenn man in die Einrichtung geht vielleicht vor ab eine Vorstellung hat wie denn die Menschen dort sind oder wie sie sich verhalten.

00:16:41: aber irgendwie ist das Ich finde es ein sehr charmantes Ereignis.

00:16:45: Vor allem bisschen was voneinander lernen und alle ein bisschen zusammengebracht werden, egal wo der Mensch gerade ist.

00:16:51: aber dieses eine erleben wir alle gemeinsam und da sind wir jetzt gleich!

00:16:55: Das habe ich auch genauso erlebt weil ja auch dann das Publikum danach Fragen stellen kann und das sind deren authentische Fragen und ich wünsche mir zum Beispiel auch so einen Musikunterricht der genau so funktioniert Also dass die Kinder und Jugendlichen ihre authentischen Fragen stellen dürfen an die Musik, und das man sie dann beantwortet.

00:17:13: Vielleicht ja auch, dass man sich traut diese Frage zu stellen?

00:17:19: Das haben wir auch wiederum in manchen Strafanstalten erlebt wo wir in Berlin die Möglichkeit haben... um die Achtzig Konzerte in Berlin jährlich, also bis jetzt zur der Kürzung aber immerhin.

00:17:30: Und da konnten wir eine Regelmäßigkeit aufbauen.

00:17:32: das heißt die Menschen haben zumindestens uns als Begleitpersonen oder als Team wieder erkannt und dann gesagt ich kann hier ne Frage stellen ohne dass ich mir damit irgendwie blöd vorkommen muss sondern Ich kann einfach meine frage stellen so was ist das?

00:17:45: Oder warum guckst du so komisch?

00:17:47: oder warum atmest Du so komische wenn du spielst Was total wichtig ist weil die Musiker und Musikerin dann merken Man hört meinen Atmen oder muss sich ein bisschen mehr darauf achten, weil eigentlich ist das nicht so gut wenn man es so laut atmet und so weiter.

00:18:00: Und darauf basiert dieses Lernen

00:18:03: für

00:18:03: unsere jungen Musikerinnen auch, diese klare ungeschminkte direkte Fragen.

00:18:09: In dem Bezug auf den Dialog, der bei uns in der JVA nach dem Konzert entstanden ist fand ich sehr interessant.

00:18:14: Dass ein Gefängnisinsasse genau die Frage gestellt hat, die ich gestellt hätte.

00:18:19: Das fand ich auch witzig irgendwie!

00:18:21: Dass zwei Leute das gleiche denken und zwar hat er gefragt, wart ihr zufrieden mit eurer Performance hier bei uns?

00:18:28: Das fand eine super Frage.

00:18:30: Super und was war die

00:18:31: Antwort?!

00:18:32: Das fand ich auch interessant.

00:18:34: Da hat dann der Professor geantwortet und gesagt, ja!

00:18:37: Ich bin ganz zufrieden da ist noch Luft nach oben also wie man das so aus Konservatorien oder Musikurschulen kennen Und die Musikerinnen haben da eigentlich gar nicht so viel gesagt.

00:18:48: Sie konnten auch gar nicht sehr viel sagen und sie haben auch den Professor gebeten zu antworten wegen der sprachlichen Hürden, aber dennoch ist da ja Interaktion entstanden.

00:18:56: also das fand ich gar nicht schlimm.

00:18:58: Mir fiel noch etwas ein was ich gerade noch sagen wollte.

00:19:01: Der älteste von den MusikerInnen hat dann auch erzählt er macht es jetzt schon zum zweiten Mal glaube ich und er hat jetzt eigentlich schon einen Job in Reykjavík im Sinfonieorchester und er hat dann auch uns danach, also wieder vor der Anstalt standen erzählt dass er das auch macht ohne Geld dafür zu bekommen weil es einfach so super findet.

00:19:22: Und weil er sich einfach mehr so gigs wünscht wo man mit Menschen wirklich so unmittelbar zusammentrifft und das gibt Musetika ihm und darum geht er da auch hin.

00:19:31: Das fand ich auch noch mal toll zu hören.

00:19:33: Ja wir haben irgendwie dieses Schwindel Thema, dass so viele Musikerinnen das dann auch so wertschätzen.

00:19:38: Weil sie wirklich erstens die Arbeit mit dem Tutor oder der Tutorin ist natürlich wie eine Masterclass für die man normalerweise ja auch bezahlen würde weil das wirklich herausragende MusikerInnen sind.

00:19:49: Das heißt das ist das Eine dieses Lernen mit diesem Tutor der Tutoren.

00:19:53: aber dieses Begegnen dieses Arbeiten mit dem Publikum hat wirklich eine erhebliche Bedeutung auch für ihr empathisches Spielen.

00:20:03: Für wen spiele ich eigentlich und was muss ich eigentlich tun?

00:20:07: Ich mache das für jemanden, nicht nur für mich selbst!

00:20:10: Ja genau so jetzt habe ich wieder viel Raum hier eingenommen.

00:20:14: Jetzt ist die Frage haben Sie Fragen, die gerade gut passen, die sie jetzt stellen möchten?

00:20:19: dann würde ich den Sitz wieder frei machen.

00:20:22: Wir waren ja gerade beim Thema Internationalität und Sprachbarrieren.

00:20:26: Ist Musitika vielleicht auch schon eine internationale Organisation?

00:20:29: oder konzentrieren Sie sich da erst mal jetzt auf das deutsche Überlebensgebiet?

00:20:34: Nee, es ist international.

00:20:35: also Musitiker ist ja im Jahr zwölf in Spanien gegründet in Israel und Deutschland.

00:20:43: Und dann in Schweden, das heißt es gibt eigene Vereine in diesen vier Ländern.

00:20:48: Darüber hinaus ist Musiketiker in noch weiteren elf Ländern aktiv.

00:20:52: Das heißt wir haben dort Partnerinstitutionen.

00:20:55: also jetzt in Österreich ist es die Hochschulen IMDW aus der Universität.

00:20:59: In Polen ist es das Symphonieorchester dass sich tatsächlich genau dieses Format für ihre MusikerInnen und auch die jungen Akademistinnen implementiert hat.

00:21:09: Wir arbeiten also wirklich international mit anderen Häusern und Partnerinstitutionen zusammen.

00:21:13: Und die Musikerin sind auch international, das heißt erst abgesehen davon dass die Bewerbung international ist aber andererseits ist auch die Hochschulwelt komplett international hier in Berlin an der Hans-Eisler Universität.

00:21:28: Das sind junge Menschen aus der gesamten Welt und darum geht es.

00:21:33: Es ist wirklich international.

00:21:34: Die Musetiker hat auch mehrere Jahre in China existiert, das hat mit Corona angefangen zu pausieren aber zumindest gab's auch Musetika in China schon.

00:21:45: Und wenn Sie jetzt die Ausschreibung anfertigen machen sie das länderspezifisch?

00:21:50: Dass die quasi für sich selbst organisiert sind oder sprechen sie sich dann schon mit den anderen ab?

00:21:55: Die Ausschreibung machen wir aus Deutschland auf Englisch.

00:21:59: Also die künstlerische Koordination sitzt in Berlin, das ist Alfred Levitan und Juliette Dufaux.

00:22:03: Die beiden sind sozusagen diejenigen, die von Berlin aus dann auch Anfragen verteilen in den anderen Ländern.

00:22:10: Er sagt mir mal Schweden sagt Wir haben eine Finanzierung damit wir in diesem Jahr einen oder zwei Konzertwochen also Sessions realisieren.

00:22:18: Wir bräuchten eines Session mit Streichern Blasinstrumentalisten.

00:22:24: Und dann werden die von Berlin aus, aus dem Pool der ausgewählten jungen Musikerinnen angefragt und dann verteilt.

00:22:30: Also diese Koordinationsarbeit in die ganze Welt passiert aus Deutschland aus.

00:22:36: Viel Arbeit!

00:22:37: Ja,

00:22:38: das sind ja im Moment um die ... was sage ich?

00:22:40: Wir haben jährlich mehr als zweihundertfünfzig Konzerte.

00:22:45: Das ist jetzt nur auf unser EU-Projekt.

00:22:47: Wir haben ein EU-Projekt, d.h.

00:22:48: tausend Concerts Plus.

00:22:51: Da haben wir mit zehn Konsortiumpartnern organisieren.

00:22:53: Wir organisieren innerhalb von vier Jahren einen Tausend Konzerten und das ist aber wirklich nur dieses eine Projekt von Musetika.

00:23:01: D.h.,

00:23:01: darüber hinaus kann man sich errechnen, gibt es deutlich mehr Konzerve, die von hier aus koordiniert werden.

00:23:07: Und wie funktioniert das dann mit der Absprache, mit den Städten?

00:23:09: Also es war jetzt in Essen da wo wir gewesen sind.

00:23:13: Wird es dann mit einer Stadt abgesprochen oder nur mit den einzelnen Institutionen?

00:23:16: Sagt die Stadt dann ja hier haben wir noch ein Gebäude was uns gehört da können sie rein!

00:23:22: Das ist zum Beispiel so...das ist auch von Ort zu Ort.

00:23:24: anders Essen wäre jetzt das Muster die Philharmonie.

00:23:29: Wir haben die Philarmonie in Essen angefragt und gesagt, wollt ihr nicht auch?

00:23:32: Die Musetika als Kooperationspartner damit ihr eure Musik auch in die Stadt hinaus tragen könnt was ja die Philarmonie auch sowieso macht.

00:23:39: aber dann haben wir noch diese Komponente dazu gebracht die Vielseitigkeit dieser Einrichtung mit an Bord zu holen.

00:23:45: Das heißt den Essen war wirklich von Anfang an unser Partner die Philhormonie In der Stadt zum Beispiel Papenburg, die in Niedersachsen ist an der Grenze zu den Niederlanden.

00:23:54: Da hat uns tatsächlich das Rathaus angeschrieben also nach Berlin und hat gesagt wir wollen auch gerne so eine Session für unsere Stadt haben.

00:24:00: und dann haben wir geschaut okay wie können wir das finanzieren?

00:24:04: nicht viel.

00:24:05: Aber wie kriegen wir das hin?

00:24:06: Und dann von Berlin aus geht es los, ich kümmere mich um das Geld!

00:24:09: Ich suche, recherchiere und unser künstlerisches Team sucht die Musikerinnen aus und dann planen wir und aus Berlin heraus.

00:24:17: meistens ergoogeln wir die Einrichtungen also Wir schauen, dass es ein breites Spektrum ist.

00:24:21: Wir schauen das ist geflüchteten Unterkunft Menschen mit Beeinträchtigungen Strafanstalten Seniorinnen und Unterkünfte vielleicht eine Kita.

00:24:30: also das ist möglichst viele verschiedene Krankenhäuser Psychiatrien möglichst viele Verschiedene Einrichtung sind Und das am Anfang ergoogeln wir.

00:24:38: ehrlich gesagt wenn jemand die Empfehlungen entgegen weil wieder auch kein.

00:24:42: Also wir haben keinen

00:24:43: voll

00:24:44: Fokus.

00:24:44: Wenn jemand uns sagt hey es gibt hier ganz tolle Einrichtungen dann gehen wir da gerne hin.

00:24:48: Also spielen die Google-Rezensionen auch noch eine Rolle.

00:24:51: Ach, die Retsensionen weniger!

00:24:52: Aber ob die Menschen dann antworten?

00:24:53: Weil wir schreiben natürlich ganz viele Einrichtungen an.

00:24:56: Die sind alle auch sehr busy und bis jemand antwortet ist vielleicht auch schon manchmal zu spät.

00:25:01: Bis hierhin ging es viel um das Operative – wie Musetika eigentlich genau arbeitet und was bei den Konzerten passiert.

00:25:09: Bis ein Student eine kritische Frage stellte, die aufgrund einer Aussage des künstlerischen Leiters Avri Levitan entstanden ist.

00:25:17: Es gibt dann nämlich eine Antwort von dem Kollegen Avri Levitan.

00:25:21: Ich habe den Namen sicher falsch rausgefahren, über die ich ehrlicherweise ein bisschen gestolpert bin.

00:25:26: Nämlich zu der Entstehung vom Musiker antwortet er it actually started from a somewhat egoistic idea und erklärt dann dass er als Lehrender die Absicht hatte sein Schülerinnen und Schülern mehr Spielpraxis nahezubringen um Konzerte üben zu können dann halt eben einen Publikum gesucht hat, was das Zitat ist dem die technischen Dinge nicht so auffallen und so.

00:25:52: Was im Endeffekt keine Ahnung hat von dem was die Leute da machen und dementsprechend vor dem man spielen kann ohne daraus große künstlerische Konsequenzen eben zu entziehen.

00:26:00: also eine relativ ja wie er selber ja sagt egoistische Idee die eben aus dem klassischen Bereich kommt der auch nicht unbedingt dafür bekannt ist jetzt sehr offen und sehr zugänglich zu sein.

00:26:14: Und ich frage mich, wie sie als jemand der eben nicht auf dieser Idee die Organisation gegründet hat sondern da eben mitarbeitet.

00:26:21: Wie es sich anfühlt was ihr darüber denken zu hören dass ja diese sehr auf ethische und soziale Arbeit fokussierte Organisationen auf einer vielleicht doch eher egoistischen und elitären Idee begründet ist.

00:26:37: Ich glaube das ist ein bisschen missverständlich formuliert, wie er es gemacht hat.

00:26:42: Der Egoismus besteht darin dass die Musikerinnen da hingehen und für sich dieses Konzert spielen quasi sie wollen von dem Publikum lernen.

00:26:51: und der Punkt nämlich wenn Sie in einem Konzerthaus spielen oder auch in den Hochschulen spielen dann wird darauf geachtet, okay wie ist die Haltung?

00:26:59: Wie ist dieses Moment.

00:27:02: Und bei uns in den Konzerten geht es tatsächlich darum bekomme ich ein Gefühl was mich überzeugt und das ist der egoistische Moment wo er dann eben auch gesagt hat oder auch immer sagt danke dass ihr uns hier rein lasst und danke euch das jetzt antut, sag ich mal.

00:27:18: Uns zuzuhören.

00:27:19: und da kann ich voll mitgehen weil ich auch sage wir wollen hier nicht erhaben reingehen und sagen ich schenk dir dieses Konzert sondern wir gehen dahin und sagen also selbst wenn du dich empört aufstehst und gehst dann nehme mich das wirklich ernst weil dann weiß ich Irgendwas ist hier echt schlecht gelaufen.

00:27:37: Und das finde ich den runden Punkt, weil nämlich diese Gefühle und auch ... Ich geh immer wieder, also natürlich regelmäßig zu unseren Konzerten aber ich gehe hin und Avril ruft mich danach an und sagt wie war das Konzert?

00:27:49: Und ich kann ihm immer nur sagen, ich hatte eine Unruhe in mir oder ich habe irgendwas gefühlt hat sich nicht gut angefühlt und dann sagt er okay dann sind sie noch nicht gut so.

00:27:57: da muss da noch was gemacht werden.

00:27:58: Das ist nämlich das Ziel dass die Konzerte wenn die den Menschen nahe gebracht werden vom Gefühl überzeugen.

00:28:06: Ich hoffe, ich habe die Frage beantwortet.

00:28:09: Ja schon!

00:28:10: In Ihrer Antwort habe ich mir dann so ein bisschen gedacht... Also es ist ein Gedanke den ich jetzt gerade hatte.

00:28:14: deswegen weiß ich noch nicht wie zu was für einer runden Frage ich den jetzt formuliert bekommen aber das klingt so ein bißchen so als hätte der Bereich der klassischen Musik einen Problem erkannt dass er in sich trägt und vor allem die Unfähigkeit, das selber für sich in sich zu lösen.

00:28:34: Und dann eben nach außen gehen musste.

00:28:35: also es klingt so ein bisschen so als würden klassische Musiker und Musikerin vor allem halt eben die an diesem Projekt an dieser Organisation teilnehmen.

00:28:43: So ein bisschen merken.

00:28:44: okay dieser Bereich der Musik den ich hier mache ist jetzt nicht so mega offen für Fehler machen und mal ausprobieren und einfach Musik machen und so.

00:28:52: deswegen müssen wir irgendwie raus aus dem Bereich der klassischen Musik um diese Musik auf eine Art und Weise machen zu können, auf die wir einfach die Musik enjoyingen können.

00:29:01: So ein bisschen so für das gute Leben mäßig.

00:29:05: Ich finde doch aber eigentlich wenn man in der Wissenschaft tätig ist dann hat man ja auch man arbeitet bespricht mit seinen wissenschaftlichen Kollegen oder damit der aus dem.

00:29:13: Wenn du jetzt Experte-Produzent bist also Dann hast du quasi deinen Leuten mit denen Du darüber sprichst In einer Weise die vielleicht ich sag jetzt nördig um es einfach zu sagen Aber die ganz präzise mechanisch ist.

00:29:24: Und wenn du dieses jemanden erklärt, dass der draußen ist.

00:29:28: Einfach weil du sagst, guck mal wie cool das ist und das ist total spannend

00:29:31: usw.,

00:29:31: dann benutzt du vielleicht andere Begriffe.

00:29:34: und das heißt nicht, dass du deshalb weniger Top-Produzent bist sondern eigentlich heißt es nur, du nimmst beziehst an deiner Arbeit mit ein dass es auch einen anderen Menschen gibt, den du das vielleicht einfach mal anders erklärst.

00:29:47: Und damit meine ich unsere jungen Musiker die müssen wirklich gut spielen!

00:29:51: Die können da nicht experimentieren und irgendwas sondern die müssen schon eine Facette zeigen von okay...

00:29:57: Ich

00:29:58: präsentiere dir mal dieses Werk Und nehmen aber die Komponente dazu, dass ich hier vielleicht in einer Einrichtung bin, wo es schallt.

00:30:05: Wo der Raum welchen Begegnung halten auch immer hat.

00:30:07: Wo das Publikum so nah sitzt, dass sie vielleicht ein bisschen leiser spielen muss.

00:30:11: Wo ich viel mehr Komponenten mit einbeziehe damit ich da jemandem quasi wie umarme und das ist der Punkt wo man sagt Ich finde das ist eigentlich rund

00:30:22: Könnt ihr sogar argumentieren, dass es einen zu einem besseren Musiker oder eine bessere Musikerin macht zu beidem in der Lage zu sein und sich von der eigenen Kultur nicht so in dieses eine Schärfchen stecken zu lassen.

00:30:35: Ja, das finde ich eine gute Antwort.

00:30:38: Danke schön!

00:30:39: Wirklich gerne hinterfragen.

00:30:41: es gibt ja sehr viele und total spannende... Initiativen, die ein bisschen anders funktionieren.

00:30:47: Es gibt dieses Wort Musikvermittlung hat ja so viele Facetten und Umsetzungsvarianten dass wir intern auch miteinander im Gespräch sind.

00:30:56: also was heißt?

00:30:57: uns wurde von einer Partnerinstitution auch gesagt hey ihr müsst viel mehr Musik erklären!

00:31:01: Ihr müsst vielmehr sagen was ihr da macht?

00:31:04: Wir beim Musetiker habt ihr vielleicht eben gesehen... wir gehen in eine Einrichtung Es wird relativ wenig am Anfang gesprochen, es wird nicht darauf eingegangen was der Komponist oder die Kompionistin damit bewirken wollte welche Emotionen das jetzt hervorrufen sollte usw.

00:31:18: Das machen wir eher selten.

00:31:19: und im Anschluss geht's um wie hat sichs angefühlt?

00:31:22: Wie war das Konzert?

00:31:23: habt ihr Fragen?

00:31:23: also ist nicht so.

00:31:24: eine tiefe musik- wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk Und in den Bereich Musikvermittlung geht sehr oft um eine komplett andere Facette.

00:31:37: Ich hole euch

00:31:38: auf einem anderen Level mit ab.

00:31:40: Das steht oft parallel, das steht auch auf einem ganz anderen... Wenn man sich den Bereich Musik als ganz viele kleine Facetten vorstellt dann ist das eine Facette und wir haben halt ne andere Facette.

00:31:49: Ja ich würde nochmal an das anknüpfen was Gabriel Hackenford grad ins Rollen gebracht hat.

00:31:54: Also ich hab' das gerade schon angedeutet Mit meiner Erzählung die ziehen sich anders an Und gehen da lockerer rein Als in einem klassischen Konzert üblich.

00:32:02: Also da werden ja ganz bewusst Bubbles zum Platz gebracht weil eben beide Seiten was davon lernen können.

00:32:10: Das kam jetzt auch im Gespräch mit dir nochmal richtig gut raus und ich finde, da passt auch dieser Begriff der situativen Exzellenz total rein.

00:32:17: also du hast von künstlerischer Exzellenz oder Qualität gesprochen aber in dem Interview das wir gelesen haben kann ja auch eine situative Exzelenz Und ich finde durch deine Erzählung gerade wurde deutlich was das bedeutet.

00:32:29: Also man lässt Menschen in einen neuen Kontext gehen ganz neue Erfahrungen machen vorher nie zusammengekommen wären.

00:32:38: Das ist auch eine ethische Handlung, würde ich sagen?

00:32:40: Die Frage die sich erstellt ist ob es so eine schöne ethische Sache ist das jetzt eben die klassische Musik der breiten Bevölkerung näher kommt wenn der einzige Grund warum es vorher nicht passieren konnte alle schranken sind die die klassischen musik davor gesetzt hat also eben hohe preise für ticket zu verlangen dann auch nur in den Opernsaal zu kommen, wenn man dann auch einen sauteuren Anzug trägt und Kleider und die Haare schön gemacht hat und solche Sachen.

00:33:07: Also erst wenn man alle sehr elitären Bedingungen erfüllt hat durfte man an dieser Kultur teilhaben und die werden jetzt langsam abgebaut was natürlich gut ist.

00:33:16: aber vielleicht ist es nicht dass man jetzt auf einmal etwas mega gutes ethisch applauswürdiges macht sondern das man einfach nur aufhört das Gegenteil zu tun.

00:33:26: ganz genau so sehe ich's auch ganz genau und deshalb ist es ja auch so Wenn ich jetzt Anträge stelle und das ganze Versuche zu finanzieren, ist es wieder streb mir auch zu sagen wird.

00:33:40: tun etwas Soziales oder wir sind hier jemand, wir helfen irgendjemanden.

00:33:46: Oder wir bringen irgendjiemandem irgendwas der gerne irgendwas hätte sondern ist richtig ich sehe das nämlich auch so es nicht applauswürdig und das ist auch nichts wo man sagt oh das ist so toll dass ihr das für uns macht oder runter kommt von eurem Sockel sondern es ist was so.

00:34:01: deshalb bis ja auch diese Bescheidenheit so wichtig wenn wir in die Einrichtungen gehen dieses Ding.

00:34:06: danke dass du mir die Tür öffnest Weil, genau.

00:34:09: Unsere Türen waren so oft verschlossen dass es überhaupt nicht selbstverständlich ist Dass du jetzt hier sagst Jetzt kommen sie zu uns und spielen ein Konzert.

00:34:16: Sondern das ist genau das Gegenteil.

00:34:19: Aber es ist genau ein anderer Punkt wo man sagt Darf ich hier reinkommen?

00:34:23: Können wir euch mal was vorstellen?

00:34:25: Das ist das was wir ausmachen.

00:34:27: Punkt notenden Reset

00:34:29: Was ja genau das ist was alle anderen Bereiche der Musik schon immer gemacht haben.

00:34:33: danach schauen, ob irgendjemand eine Bühne für einen hat.

00:34:35: Ob man irgendwo ein Konzert spielen darf und man schreibt Bewerbungen an Barsen und solche Sachen.

00:34:40: Und das findet jetzt auch im Weg in die klassische Musik.

00:34:43: Genau!

00:34:44: Habt ihr das da absolut recht?

00:34:45: Also weil die Sache mit den... Wie oft wenn ich jetzt in Schulen auch hinten irgendwo im Hintergrund sitze, dass dann auch Lehrerinnen und Lehrer reinkommen sagen, Klassik ist nichts für mich mehr kann nicht doch verstehen.

00:34:55: Ist es doch auch ne Sache wo man vielleicht auch begründet, aber auch ganz viele Vorurteile hat und auch denkt die sind erhaben.

00:35:01: Die sind mit ihren Anzügen, die sind Snorps da da da so diese ganzen Geschichten Und das möchten wir halt auch ein bisschen abbauen.

00:35:09: einfach auch dass man den Klassikern auch eine Chance gibt Auch wenn sie es selbst verbockt haben Aber zumindest dann auch Menschen

00:35:16: Ja.

00:35:16: ich glaube aber dass ihre Realisation dessen Ja, sie nicht zu versuchen etwas zu sein was man nicht ist.

00:35:24: Wenn Sie sich tatsächlich vor Augen halten glaube ich dass mindestens das aber applaus für dich ist.

00:35:28: Danke schon nochmal!

00:35:29: Ich hatte auch noch eine Frage die vielleicht auch ein bisschen kritisch gestellt ist und zwar habe ich mich gerade eben gefragt wer denn eigentlich entscheidet welche Gruppen den Zugang zu Musik brauchen.

00:35:39: Wir waren ja auch jetzt, einige von uns in der Jugendvollzugsanstalt im Seniorenheim oder im Wohnheim mit Menschen psychischer Erkrankungen und ich hab mich dann gefragt wer entscheidet denn dass das vielleicht die sozial benachteiligt darin der Gesellschaft sind?

00:35:53: Oder dass die eben diesen Zugang zur Musik brauchen.

00:35:56: warum

00:35:57: bezieht man sich dann eher darauf?

00:35:59: sollte das nicht vielleicht irgendwie erbreiter gefächert sein?

00:36:02: Ja also ich glaube da kann man nur sagen bei unseren Anschreiben das einfach den Einrichtungen anbieten.

00:36:09: Also dass wir auch schon wieder aus diesem Lernpunkt, den wir ja als egoistisch verfolgen eben dieses die jungen Musikerin sollen so viel wie möglich lernen.

00:36:18: und deshalb ist der Punkt die Herausforderung für die Musikerinnen vor Kindern zu spielen oder vor Seniorinnen oder in einer psychiatrischen Einrichtung sind immer anders weil die Reaktionen könnten potenziell immer anders sein.

00:36:31: Also dieses Lautieren in der Einrichtung oder wo man vielleicht auch selbst reingeht, voreingenommen.

00:36:36: Weil man denkt in der Strafanstalt potenziell weil man denkt Gott das will nicht hier sitzen irgendwelche übelen Menschen kann man ja auch mit einer gewissen Furcht reingehen.

00:36:44: und diese ganzen Herausforderungen weil es eben aus dem Kontext dieser jungen Musikerin gerissene Momente sind sein können Versuchen wir deshalb so breit zu fächern.

00:36:54: Wir schreiben an, wir hatten jetzt die erste Session in Freiburg und da haben wir ungefähr, weiß ich nicht denke, sechzig Einrichtungen angeschrieben woraufhin dann fünfzehn geantwortet haben.

00:37:05: Das ist dann die Auswahl dass sie selbst sagen ja haben wir Lust oder wir haben keine Interesse und damit stoßen wir da schon auf so einen interessierten zumindest neugierigen Menschen die sagen das könnte ich mir hier bei mir ganz gut vorstellen.

00:37:16: Ja, ich hatte mich irgendwie nur so gefragt.

00:37:18: Also jetzt hatten wir das Glück als Studierende da irgendwie teilzusehen.

00:37:22: aber es ist nicht unfair dass wir dann irgendwie nur weil wenn ich in so einer Einrichtung sind nicht Teil davon sein können.

00:37:28: sollte das nicht ein Projekt sein was vielleicht jedem Menschen in der Gesellschaft irgendwie etwas bringen könnte auch wenn man nicht jetzt dann Senior ist oder in irgendeiner Einrichtungen ist?

00:37:38: Danke!

00:37:39: Wir machen ja die Konzerte als öffentliche Konzerte auch gratis immer noch ein bis zweimal pro Woche.

00:37:45: Ich finde aber auch, und das ist sozusagen der nächste Schritt den wir vorsichtig machen möchten, dass man in Einrichtung auch fragt darf denn hier auch Publikum von außen rein?

00:37:55: Das ist eben so ein auch sensibles Ding weil wie ja auch gerade eben davor gesagt soll jetzt kein Show-off sein!

00:38:01: Wir wollen jetzt nicht zeigen guck mal wie toll wir spielen jetzt hier weiß ich nicht in der geflüchteten Unterkunft sondern es eigentlich wäre so hey die Menschen dürfen hier Menschen von außen rein und das fragen wir öfters.

00:38:11: Das ist noch meistens nicht so, weil man tatsächlich in der Einrichtung erst mal so seinen geschützten Raum hat.

00:38:16: Man möchte ihn nicht unbedingt noch von Außenmenschen haben.

00:38:19: aber wir sind dabei!

00:38:21: Wir schauen das mal... Weil ich finde die Begegnungen ziemlich auch super.

00:38:24: Wir hatten neulich schon alleine dass ihr mit in der Strafanstalt oder damit in den Einrichtungen wart wo man sieht okay da gibt es nochmal eine neue Facette mit drin.

00:38:33: Ist finde ich wunderbar.

00:38:35: Ich fand's auch toll.

00:38:37: Und so wie ich das verstanden habe oder zumindest in dem Wohnheim mit Menschen psychische Erkrankungen, war es bei uns auch so dass eben thirty- vier Bewohner da insgesamt in diesem Wohnheim leben und davon glaube ich aber auch nur vielleicht fünfzehn gekommen sind.

00:38:50: Also dass das ja auch eine freie Entscheidung ist und dass dann nach der Hälfte oder so sind dann auch zwei Personen rausgegangen und dass das dann aber gar nicht kommentiert wurde sondern einfach okay war.

00:39:00: Genau!

00:39:00: Das ist total wichtig.

00:39:01: also das finde ich so... das sagen wir immer wieder den Mitarbeitenden vor Ort bitte nicht Irgendjemanden zwingend da zu bleiben, also auch die Mitarbeitenden müssen ja immer wieder so ein bisschen beruhigt werden.

00:39:11: Dass man nicht sagen ist es wirklich okay unsere Musiker müssen das hinnehmen.

00:39:16: wenn irgendein jemand sagt hey das doch scheiße oder irgendjemand steht auf dann ist das wirklich mehr als willkommen.

00:39:24: Ja cool Dankeschön.

00:39:26: Ich habe noch eine kleine Rückfrage zum Thema elitären Verhältnissen

00:39:30: aufbrechen

00:39:30: und so weiter.

00:39:31: Ich komme vom Land und da wollte ich fragen, ob es vielleicht auch in Aussicht ist solche Projekte auch in ländlicheren Bereichen zu machen.

00:39:40: Wie Sie gerade schon gesagt hatten das ist natürlich immer wenn man es auf so einer internationalen Ebene macht sind solche Dinge eigentlich fast immer auf Städte bezogen, immer auf Ballungsgebiete gezogen.

00:39:52: und da wollt ich fragen ob dass auch in Diskussion steht sowas dann nennliche Gebiete zu machen.

00:39:57: Genau dazu.

00:39:58: vielleicht noch kurz als Hintergrund, man muss halt immer wir oder aus Berlin jetzt müssen immer Anträge stellen.

00:40:03: Was dürfen wir wo spielen?

00:40:05: Wir hatten hier in Berlin den Berliner Senat das heißt wir dürfen nur in Berlin spielen.

00:40:09: dann haben die Neumeier Stiftung gewonnen.

00:40:11: Die haben gesagt mit ihrer Förderung ihr dürft es an den Hochschulen implementieren was natürlich super ist weil dann hatten wir Hamburg und jetzt Berlin Freiburg, Detmold, Lübeck Und der Deutschen Bank Stiftungen ging's jetzt darum dass wir gesagt haben können wir auch raus können wir auch woanders hin und die haben uns eine Förderung gegeben.

00:40:28: Und jetzt spielen wir halt im Kinzig-Tal, was ein klitzeklitzekleines Dorf in Baden-Württemberg ist und gehen da raus und brauchen natürlich einen Wagen und fahren dann irgendwie von Region zu Dörfchen in Brandenburg genauso weil das ist auch ein komplett ländlicher Raum, wo wir dann, weiß ich nicht, ein Konzert in Jüterborg, eins in Spielen und in so einem kleinen Städtchen Schleswig in Bläswig-Holstein.

00:40:49: Das ist auch ganz kleines Dörffchen.

00:40:52: ist

00:40:52: geplant.

00:40:53: Papenburg, denke ich es auch eine kleine Stadt will sie jetzt nicht beleidigen aber ich glaube das ist eine kleinere Stadt.

00:40:58: Aber in jedem Fall ist es voll und ganz in meinem Ziel.

00:41:04: ja also Ich will dass wir gerade mehr im ländlichen Raum spielen weil das ist nochmal komplett andere Begegnung.

00:41:12: Ja auf jeden fall

00:41:13: Ich bin sehr, sehr neugierig ob irgendwann die Politik dann doch drauf eingeht.

00:41:18: Ich hatte echt spannende Gespräche hier in Berlin.

00:41:21: Wir wurden vom Kultursenat in Berlin gefördert mehrere Jahre und jetzt mit der neuen Regierung haben sie uns komplett gestrichen aus dem Haushalt mit der Ansage wir sind ein Bildungsprojekt und kein Kulturprojekt.

00:41:34: So, okay.

00:41:34: Das war dann so ein bisschen eine kleine Ohrfeige weil wir dachten ich weiß nicht Kultur nur weil man das Konzert in der Einrichtung spielt heißt es ist nicht dass es nicht kultur ist würde.

00:41:41: jetzt würde ich jetzt mal sagen oder auch die haben eine andere Stelle wo wir beantragt haben und die haben gesagt aber ihr seid ein soziales Projekt wo wir genau bei dem punkt von vorhin sind wo ich nämlich auch gesagt habe nur weil das konzert In einer Einrichtungsstadt findet sind wir jetzt nicht unbedingt sozial vom herzen aus sondern wir machen das aus Gründen des eigenen Lerns.

00:42:05: Und so ist es mit den Anträgen ein bisschen.

00:42:06: und die Stiftungen, also sehr erfreulicherweise irgendwie... Die beiden, die wir haben hier, die Neumeier- und Deutsche Bankstiftung sind halt wirklich so Feuer und Flamme für Musiker, dass sie sagen, ey geh raus!

00:42:18: Spiel so viele Konzerte wie du kannst, setzt unser Logo dahin, man muss jetzt auch nicht große Fanfaren flangen oder was auch immer spannen sondern man kann's einfach da als Logo haben.

00:42:28: Sehr dankbar, die lassen uns sehr friedlich machen was wir als Bestes empfinden.

00:42:34: Ja also ich erkenne das ja auch von uns.

00:42:36: da gibt es ja auch manchmal Unternehmen die wirklich sagen okay wir finden das grundsätzlich einfach cool was ihr macht und da reicht's wenn wir dann irgendwie eine Beatfleck daneben stellen oder in der Ausschreibung da unser Name noch mit drauf steht.

00:42:49: Da ist aber natürlich auch irgendwie immer das Problem wofür findet man diese Organisationen?

00:42:54: Das sind denn ja meistens die kleineren Organisationen die meistens auch gar nicht so viel Geld haben bei denen das finanzielle gar nicht unbedingt im Vordergrund steht, sondern eher das ideologische und ist ideologisch.

00:43:03: Hier ist ja wirklich zu sagen okay wir öffnen Musik für alle weil es nur mal ein menscheninternes Ding ist was allen inne wohnt und kein Besitztum hat.

00:43:13: Ja was allen gehört richtig.

00:43:16: Die Finanzierung ist eigentlich, ja muss man auch sagen so eine Projektwoche.

00:43:19: Ist nicht kostspielig.

00:43:20: es geht um Honorare Es geht um Unterbringung.

00:43:23: die Studis die damit machen sollen keine extra Kosten haben.

00:43:27: also diese unterbringungen das sind acht bis neun Tage meistens eine quasi voll Versorgung von dem Ganzen und unsere Organisation.

00:43:35: Also weil man dadurch einige Stündchen Lebenszeit einbringt.

00:43:39: Das sind die Kosten die da

00:43:40: aufkommen.

00:43:41: Ich habe noch eine Sache zum Thema Eindruck von den Konzerten bei mir, bei dem Konzert war es ziemlich schnell vorbei.

00:43:51: Also man geht rein und lernt die Leute kennen also nicht unbedingt weil man mit denen geredet hat sondern weil sie einfach sich angezogen haben wie Sie sich nun mal anziehen im Alltag.

00:44:02: am Ende kommt man Fragen stellen die auch für mich als Musikwissenschaftler total banal waren so was ja Ist das nicht schwer?

00:44:09: Warum könnt ihr so lange atmen und sowas, über sowas denke ich natürlich nicht nach.

00:44:13: Aber es ist natürlich schön wenn diese Fragen gestellt werden.

00:44:16: Aber gibt es auch manchmal Musikerprojekte die sich dann wirklich... Sie hatten es gerade schon angesprochen dass es gar nicht das Ziel ist aber die sich auch wirklich in Richtung musikalische Bildung vielleicht orientieren wenn's zum Beispiel in eine Schule geht oder wer nicht ist.

00:44:31: Bei Schulen

00:44:32: ist es manchmal so, dass die Lehrerinnen und Lehrer das vorher richtig vorbereiten.

00:44:38: Das heißt wenn wir angeben okay da sind das folgende Repertoire wird gespielt dann bauen die Lehrer das vorhin schon ein sodass dann die Schülerinnen kommen und dann manchmal auch ganz konkrete Fragen

00:44:49: haben.

00:44:50: aber da wir sehr oft in Schulen mit Sonderförderbedarf arbeiten müssen wir da eigentlich eher die Überzeugungsarbeit leisten, damit sie uns überhaupt zuhören.

00:45:00: Und da geht es eigentlich mehr um diesen Gewinn.

00:45:03: Gibt der Klassiker eine Chance?

00:45:08: Ja, ist ja auch vollkommen valide.

00:45:10: Die musikalische Bildung liegt immer noch hier im Seminar in der Zukunft.

00:45:15: Von daher ist das okay wenn sie sich damit nicht verschäftigen.

00:45:19: Man könnte es auch anders machen definitiv.

00:45:22: Ansonsten würde ich Isabel nochmal fragen gibt's irgendwas was du noch nicht sagen konntest was du gerne sagen wolltest?

00:45:28: Nein, eigentlich nicht.

00:45:29: Ich wollte aber mal euch in die Runde fragen noch einmal ob ihr dann denkt dass man mehr sprechen sollte also ob Musik-Vermittlung unbedingt verbal sein sollte oder ob es reicht wenn es die Musik ist, die spricht.

00:45:43: Also das was mir jetzt so spontan dazu eingefallen ist, ist dass ich eigentlich diese Mischung aus erstmal die Musik spielen ohne viel vor dazuzagen.

00:45:51: Also erstmal komplett ohne voreingenommen zu sein darauf auf einen Wirken zu lassen,

00:45:57: aber danach noch

00:45:58: Raum für Fragen zu lassen.

00:46:00: Also dass ich diese Mischung endlich gut finde also wie sie ist.

00:46:03: Also Raum zum Reden finde ich braucht es weil man auch manchmal vielleicht das Bedürfnis hat Eindrücke mitzuteilen oder einfach nochmal eine Nachfrage zu stellen.

00:46:13: Aber erst mal ohne vorher irgendwas zu wissen in ein Konzert zu gehen finde ich auch sehr besonders und wichtig auch für die Erfahrung.

00:46:21: Deswegen finde ich das Prinzip sehr gut danach eine Frage zu stellen eher wenig

00:46:26: zu sagen.

00:46:27: Ja, Thema musikalische Bildung hatten wir ja gerade schon angesprochen.

00:46:30: Ich denke es ist die Aufgabe von Musik-Lehrkräften Musik als Thema zu sehen über das man spricht.

00:46:36: Musik war jetzt auch etwas was wir alle als gegeben hinnehmen.

00:46:40: Man hört's im Radio und in politischen Kontexten.

00:46:43: Das ist ja auch das was ich jetzt hinaus wollte.

00:46:46: Ich denke wenn man diese Konzerte nicht mit einem Plan spielen möchte dann muss nicht unbedingt darüber reden, wenn man die Musik als absolute Musik nimmt.

00:46:57: Also wenn man jetzt irgendwie eine Sonate vom Bach nimmt muss man nicht unbedingt drüber sprechen.

00:47:01: was hat sich der Komponist dabei gedacht?

00:47:03: Wenn man jetzt allerdings einen Arrangement von den Ärzten nimmt oder sowas so ist das glaube ich noch mal ne andere Rolle und ich denke da wäre es ein Rahmen gut wo man vielleicht auch darüber spricht und sagt okay hier der die Künstlerin möchte das und dass mit dieser Musik sagen schon ansprechen, also egal in welchem Kontext er ist recht beim Musik-Tickerkonzerten weil die ja auch die Musik öffnen zu Leuten, die normalerweise keinen Kontakt zu so einer Musik haben.

00:47:35: Ich glaube das ist ehrlicherweise auch eine Frage der Zugänglichkeit und der Teilhabe ist.

00:47:40: Also er ist Recht wenn man ja auch sehr bewusst im Kontext ein Musik macht indem man davon ausgeht dass die Musik selber etwas Erfremdes und Unbekanntes und Erforstets auch ist dann ist es ja fast schon Ja, ohne, ich könnte man fast sagen, da hinzukommen zu spielen und einfach wieder abzuhauen.

00:47:58: Ohne irgendeinen Zugang daran zu erlauben.

00:48:00: Und erst recht wenn eben die Absicht besteht den eigenen kulturellen Bereich halt eben zugänglicher und massentauglicher vielleicht zu machen dann muss man darüber reden können.

00:48:11: Dann müssen eben die Menschen, die mit dieser neuen Erfahrung gerade konfrontiert werden von ihnen auch die Möglichkeit haben diese Erfahrungen mit ihnen irgendwie zu verarbeiten und von ihnen darüber Sachen zu lernen, sonst läuft man auch Gefahr eher den gegenteiligen Effekt eben zu erreichen.

00:48:28: Also dass man halt eben als eine Person was ihr ja sehr gut nachvollziehen kann als jemand der noch nie eine Minute klassische Musik gemacht hat das dann so zu erleben wie ein Reh was dann vor den Scheinwerfern steht und auf einmal sind die Scheinwärfer wieder aus und man ist so okay.

00:48:41: war das eigentlich gerade passiert?

00:48:45: Und das kann, glaube ich Gefahr laufen dann nur noch mehr Schranken aufzubauen.

00:48:50: Wenn man halt die ganze, die letzte Erfahrung im Kopf hat, die eben so verwirrend und unabgeschlossen war... Also ich glaub', dass reden darüber und die Konversation ein essenzieller Part davon sind, das zu erreichen was eben Musitika sich als Ziel gesetzt hat.

00:49:03: Ja, ich bin begeistert über die tollen Wortbeiträge heute im Seminar.

00:49:07: Es ist immer sehr lohnswert Menschen von außen auch in eine Seminarsitzung reinzuholen habe ich heute wieder festgestellt.

00:49:15: und ich hab noch ein Bedürfnis auch eine Sache nochmal zu sagen.

00:49:18: also wir sprachen hier in diesem Artistic Citizen Ship Seminar öfter

00:49:22: über

00:49:23: auch die Bedeutung des Dialogs, dass Menschen in den Dialog gehen.

00:49:26: Und das tut Musetika eben auch und ich beschäftige mich gerade wieder mit dem dialogischen Lernen.

00:49:32: Das ist so eine didaktische Konzeption aus der Schweiz.

00:49:35: Das haben sich Mathematik-Didaktiker an der Schwarz eigentlich ausgedacht.

00:49:39: Eine sehr nette Kollegin aus Zürich, Ruth Frischknecht hat das irgendwie in Züricher mitgekriegt und hat es in die Musik Didaktik reingeholt.

00:49:46: Die war auch mal an der Musikhofschule Lüberg mein Gast Studierenden in der Schweiz eben auch bei.

00:49:54: Du kannst auch dialogisch über klassische Musik, die den Kindern oder Jugendlichen total fremd ist sprechen.

00:50:00: Mach die Musik einfach an!

00:50:01: Such was Interessantes aus weil man hat ja nicht dieses Privileg immer Livemusikanten in der Schule zu haben, die excellent spielen und dann schreiben die Kinder- und Jugendlichen einfach Fragen auf, die sie sich stellen während Sie die Musik hören.

00:50:14: also im Endeffekt gibt's diese Konzepte auch schön für Unterricht und das habe ich gerade auch schon gesagt.

00:50:19: Ich wünsche mir dass es noch viel mehr Und das bedeutet eben, dass auch sie hier, die jetzt vor mir sitzen im Seminar sich das auch trauen.

00:50:27: Dass so auf eine lockere Art zu machen wie die Musikerinnen, die sie erlebt haben bei den Konzerten.

00:50:33: Sie können sich darauf verlassen, dass sie genug Fachwissen im Studium erworben haben um dann die Fragen auch beantworten zu können.

00:50:40: Und wenn dann Fragen aufploppen spontan, die man nicht beantwortet kann, dann kann man auch authentisch sein als Lehrerin oder Lehrer und sagen oh mit der Frage muss ich mich bis nächste Woche nochmal beschäftigen aber dann kann ich eine Antwort mitbringen.

00:50:52: oder wir suchen gemeinsam nach der Antwort und wir recherchieren gemeinsam im Internet was wir dazu finden.

00:50:58: Ja, ich finde das ist so schön und nachgewiesen.

00:51:03: schon dieses Hauptsache man ist irgendwie ehrlich.

00:51:08: Man macht niemandem was vor wenn man irgendwo hingeht mit Menschen kommuniziert und irgendwie da es sagt einfach ehrlich was du willst oder auch wenn du irgendwas nicht weißt.

00:51:17: Ich finde genau dieses Macht was einen dann vielleicht auch angreifbar macht.

00:51:20: aber ich habe früher auch viel in der Jugendstrafanstalt gearbeitet und bei den ersten Malen die ich dahin gegangen bin dachte ich immer Boah, ich hab überhaupt nichts vorzuweisen.

00:51:29: Ich kann mich gar nicht beweisen!

00:51:30: Ich habe weder eine schlimme Kindheit gehabt noch sonst irgendwas und da war dann auch von Anfang an klar... ...ich brauch hier niemanden was vorzumachen und hab darin auch gesehen wie gut das funktioniert einfach.

00:51:42: Ich bin einfach nur da und so ist es für unsere Musikerin auch.

00:51:46: geht einfach hin du bist Musikerin Du kannst Musik.

00:51:49: also mach Musik und dann lass es fließen

00:51:54: Lass es krachen.

00:51:56: Ja genau, los jetzt!

00:51:57: Zeig was du kannst.

00:52:00: Vielen Dank für die spannenden Einblicke in eurer Organisation und ich würde mich total freuen wenn du vielleicht Mitte Februar schaffst nach Münster zu kommen weil ich gerade eine Tagung plane die heißt Musik als soziale Praxis und vielleicht schaffen wir es da dass du da teilnimmst vielleicht über eine locker-flockige Vermittlung von klassischer Musik sprechen kannst und wie Musetika das macht.

00:52:23: Ich hoffe nämlich, dass da viele Lehrerinnen kommen auch die da auch was lernen können von eurem Ansatz und das vielleicht als Inspiration nehmen auch mutiger zu werden in ihr Musikunterricht.

00:52:33: Vielen Dank!

00:52:34: Das war ein wirklich tolles Team!

00:52:36: Das sehe ich auch so Und bedanke mich nun nochmal bei Isabel Agiere für das schöne Gespräch und bei den engagierten Studierenden, die sehr gute Fragen gestellt und ihre eigenen Gedanken geteilt haben.

00:52:48: Das war die fünfundneunzigste Folge von mehr als Töne Musikpädagogik & Gesellschaft.

00:52:53: Wir freuen uns über Reaktionen und Rückmeldungen in deiner Podcast-App oder auf dem Blog www.mehr-als-töne.podgy.io.

00:53:02: Die nächste Folge wird vermutlich in sechs bis acht Wochen erscheinen.

00:53:06: Darin werde ich entweder mit einer spannenden Kunstdidaktikerin aus Münster über kollaboratives Arbeiten in der Kunst sprechen oder mit einem Jazzmusiker, Big Bandleiter und Pädagogen aus Münstern mal sehen mit wem sich einfacher ein Termin organisieren lässt.

00:53:22: Bis dahin wünsche Ich dir einen schönen Spätsommer!

00:53:25: Und wie immer viel Spaß beim Musikmachen hören und unterrichten.